Transferpoker um Mohamed Salah: Beşiktaş kritisiert Nachverhandlungen des Beraters

20.07.2026 – 16:00 Uhr

Der spektakuläre Transfer von Superstar Mohamed Salah zu Beşiktaş Istanbul steht nach einem beispiellosen Poker auf der Kippe. Wie Vereinspräsident Serdal Adalı am Sonntag enthüllte, hat der Spieler dem Wechsel bereits persönlich zugestimmt, doch die überhöhten Forderungen seines Beraters blockieren nun den Vollzug.

Adalı schilderte den brisanten Verhandlungsstand gegenüber „Win Win“: „Mohamed Salah hat sowohl mit unserem Trainer Vincenzo Italiano als auch mit dem Sportdirektor persönlich gesprochen und dem Transfer grünes Licht gegeben.“ Unmittelbar nachdem erste Medienberichte eine Einigung vermeldeten, habe der Spieleragent jedoch die finanziellen Forderungen massiv nach oben geschraubt. „Der Berater verlangt plötzlich eine Provision von 35 Prozent. Ein solcher Prozentsatz ist für uns unter keinen Umständen akzeptabel“, stellte der Klubchef klar. Man gehe zudem nicht davon aus, dass Salah selbst über diese Dimensionen informiert sei.

Zuvor hatten türkische Medien übereinstimmend berichtet, dass der 32-jährige Ägypter nach seinem Abschied vom FC Liverpool einem Wechsel an den Bosporus nahe sei. Demnach hatte Beşiktaş ein Angebot über ein garantiertes Jahresgehalt von zwölf Millionen Euro plus zwei Millionen Euro erfolgsabhängige Boni vorgelegt. Da Liverpool eine Verlängerung des auslaufenden Vertrags des Offensivstars nicht realisiert hatte, streckten Klubs aus Europa, der MLS und Saudi-Arabien ihre Fühler aus. Einem saudi-arabischen Angebot über kolportierte 20 Millionen Euro Jahresgage erteilte Salahs Ehefrau Magi einer Quelle aus der Türkei zufolge jedoch eine Absage. Sie habe sich explizit für ein muslimisch geprägtes Land, konkret die Türkei, ausgesprochen. Bereits im Vorjahr hatte das Paar für umgerechnet rund 400 Millionen türkische Lira eine Luxusvilla in Bodrum erworben.

Derweil bestätigte der ägyptische Journalist Mohamed Al-Qarsh die Zwiespältigkeit in Salahs Heimat: „Die Bevölkerung ist gespalten. Ein Teil lehnt einen Abgang aus Europas Topligen strikt ab, der andere sieht die türkische Liga als deutlich passendere Alternative zu Saudi-Arabien.“ Al-Qarsh hob zudem Salahs Status als nationale Identifikationsfigur hervor, der weit über den Fußball hinausreiche und von umfangreichem sozialem Engagement in seinem Heimatdorf Nagrig geprägt sei.

Ob der Transfer trotz der festgefahrenen Gespräche mit den Beratern noch realisiert werden kann, ist offen. Sollte der Deal platzen, würde dem türkischen Rekordmeister einer der größten Coups der Vereinsgeschichte entgehen.