Trotz des vorzeitigen Ausscheidens der Türkei in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2026 hat Nationaltrainer Vincenzo Montella einen sofortigen Rücktritt kategorisch ausgeschlossen. Am Vorabend des letzten Gruppenspiels gegen die USA bezog der Italiener deutlich Stellung und widersprach damit aufkommenden Spekulationen um seine Zukunft.
„Wenn Sie mich fragen, ob ich zurücktrete, lautet die Antwort nein“, erklärte Montella auf der Pressekonferenz mit Nachdruck. „Ich habe noch Energie, ich habe noch Leidenschaft. Nach diesen Erfahrungen fühle ich mich sogar noch stärker.“ Diese klare Ansage folgt auf die bitteren Niederlagen gegen Australien und Paraguay, durch die die Türkei bereits vor dem abschließenden Duell mit dem Gastgeber alle Chancen auf die K.-o.-Runde eingebüßt hat.
In seiner Stellungnahme verwies Montella auf seine historische Bilanz. Er sei der einzige Nationaltrainer, dem es gelungen sei, die Türkei sowohl zu einer Europameisterschaft als auch zu einer Weltmeisterschaft zu führen. „Das hat vor mir kein anderer geschafft. Zweimal hintereinander mit demselben Trainer gab es nicht, bei der EM schon gar nicht“, so der 50-Jährige.
Als zentrale Stützen für seinen Verbleib nannte Montella die Unterstützung des Verbandspräsidenten İbrahim Hacıosmanoğlu und der Mannschaft. „Ich habe die Rückendeckung des Präsidenten, das reicht mir. Und ich habe die Unterstützung der Spieler, das ist sogar noch wichtiger“, betonte der Coach. Er sei ein Profi, der in all den Jahren sein Herz und seine Zeit mit Hingabe in dieses Projekt gesteckt habe.
Sollte die Öffentlichkeit oder die Verbandsführung seinen Abgang fordern, fand Montella deutliche Worte: „Sollte es jemanden geben, der meinen Rücktritt will, muss er akzeptieren, dass ich das nicht tun werde. Ich werde meine Arbeit fortsetzen und mich dabei an der Bewertung der Spieler und unseres Präsidenten orientieren.“