Bereits lange vor dem Anpfiff des brisanten Spitzenspiels der Trendyol Süper Lig zwischen Galatasaray und Fenerbahçe eskalierte die Stimmung im RAMS Park. Was sich auf dem Rasen abspielte, glich einer psychologischen Kampfansage über die Stadionlautsprecher – mit einem kuriosen Nebendarsteller, der seelenruhig an einem Tee nippte.
Kaum betraten die Spieler von Fenerbahçe zum Aufwärmen den Rasen, dröhnte gezielt ein Song aus den Boxen: „Rütbeni bileceksin“ („Du wirst deinen Rang kennen“). Die musikalische Botschaft an den Erzrivalen verwandelte die Arena augenblicklich in einen Hexenkessel und wurde als unverhohlene Machtdemonstration des Gastgebers gewertet.
Doch die akustische Choreografie hatte noch eine zweite, persönlichere Spitze. Als der frühere Galatasaray-Profi Kerem Aktürkoğlu, nun im Trikot von Fenerbahçe, als erster Gästespieler den Platz betrat, schallte ihm ein besonderer Titel entgegen: „Mavi Boncuk” („Blaue Perle”). Die Songauswahl, eine kaum verhüllte Anspielung auf seine Vergangenheit, verfehlte ihre Wirkung nicht. Videos des Moments verbreiteten sich binnen Minuten viral in den sozialen Netzwerken.
Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte Aktürkoğlus Auftreten selbst. Der Offensivspieler, der die gegnerische Geräuschkulisse mit einem Glas Tee in der Hand auf sich wirken ließ, kassierte dafür umgehend heftige Pfiffe und Reaktionen von den Rängen. Die Bilder des demonstrativ gelassenen Profis avancierten noch vor dem Derby zum meistdiskutierten Thema des Abends.