Süper Lig krempelt Regeln um: Härtere Strafen gegen Tricks und Zeitspiel

23.07.2026 – 8:00 Uhr

Die türkische Süper Lig steht vor einem tiefgreifenden Regelumbruch. Wie die Türkische Fußballföderation (TFF) mitteilte, werden zur Saison 2026/2027 mehrere Neuerungen eingeführt. Diese wurden teilweise direkt von der Weltmeisterschaft 2026 übernommen oder an den nationalen Spielbetrieb angepasst. Ziel dieser Maßnahmen ist eine deutliche Erhöhung der Netto-Spielzeit sowie die Eindämmung von Unsportlichkeiten.

Im Fokus steht dabei der Kampf gegen Zeitspiel. Eine der markantesten Änderungen betrifft den Auswechselvorgang: Signalisiert der Schiedsrichter einen Spielerwechsel, muss der zu ersetzende Akteur das Spielfeld innerhalb von zehn Sekunden verlassen. Verzögert er diesen Vorgang, wird die Einwechslung des neuen Spielers sanktioniert – dieser darf nach der Spielfortsetzung für eine Minute nicht am Spiel teilnehmen.

Ebenso wird mit Verletzungsunterbrechungen verfahren. Verursacht ein verletzter Spieler eine Spielunterbrechung, muss er nach Wiederaufnahme des Spiels für eine Minute außerhalb des Spielfelds bleiben, bevor er wieder eingreifen darf. Ausnahmen gelten nur für bestimmte, nicht näher definierte Szenarien.

Um Verzögerungen bei Standardsituationen rigoros zu unterbinden, wird ein neues Zeitlimit eingeführt. Sobald der Unparteiische den Pfiff zur Spielfortsetzung gibt, beginnt eine fünfsekündige Rückwärtszählung. Wird ein Einwurf nicht innerhalb dieser Zeit ausgeführt, geht der Ballbesitz an den Gegner. Bei einer verschleppten Ausführung eines Abstoßes ahndet der Schiedsrichter dies sogar mit einem Eckstoß für die gegnerische Mannschaft.

Auch der Video-Assistent (VAR) erhält erweiterte Eingriffsmöglichkeiten. Künftig kann er nicht nur bei klaren Fehlentscheidungen eingreifen, sondern sein Mandat wird auch auf offensichtlich falsche zweite Gelbe Karten mit Platzverweis, irrtümlich gegebene Eckbälle sowie Vergehen vor einer ruhenden Ball-Situation, die zu einem Tor oder Elfmeter führen, ausgedehnt. Zudem kann er korrigierend einschreiten, wenn der Schiedsrichter eine Strafe gegen den falschen Spieler verhängt hat.

Verschärft wird auch der Umgang mit verdeckten Äußerungen auf dem Platz. Das Bedecken des Mundes während eines Gesprächs mit einem Gegenspieler oder Offiziellen wird kategorisch mit einer Gelben Karte geahndet. Sollten nachträgliche TV-Analysen belegen, dass es sich bei den verdeckten Worten um Beleidigungen handelte, drohen zusätzliche Sanktionen durch die Disziplinarorgane.

Schließlich wird die Regelung für Trinkpausen an strikte meteorologische Grenzen gekoppelt. Eine Abkühlung wird nur noch gewährt, wenn die Temperatur mindestens 32 Grad Celsius beträgt. Die Dauer dieser Unterbrechung wird vom Schiedsrichter überwacht und darf pro Halbzeit drei Minuten nicht überschreiten.