Beim Großen Preis von Thailand steht ein mit Spannung erwartetes Debüt bevor: Der zweifache Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlıoğlu startet zum ersten Mal in der MotoGP. Auf dem Chang International Circuit trifft der Türke auf eine neue technische Realität und deutlich härtere Konkurrenz.
Razgatlıoğlu hat in den vergangenen Jahren die Superbike-Weltmeisterschaft geprägt und 2021 sowie 2024 den Titel gewonnen. Der Wechsel in die Königsklasse des Motorradsports bedeutet jedoch einen grundlegenden Umbruch. Anstelle seriennaher Maschinen fährt er nun einen hochentwickelten Prototypen mit steiferem Chassis, Carbon-Bremsen und komplexerer Elektronik.
Der 28-Jährige dämpft daher die Erwartungen. Bereits im Vorfeld sprach er von einem schwierigen Anpassungsprozess im ersten Jahr. Nach eigenen Angaben rechnet er erst nach mehreren Rennen mit einer spürbaren Eingewöhnung. Bei Testfahrten habe sein Team verschiedene Abstimmungen ausprobiert, eine klare Richtung sei jedoch noch nicht gefunden worden.
Der Unterschied zur Superbike sei deutlich spürbar, so Razgatlıoğlu. Vor allem die höhere Geschwindigkeit auf den Geraden hinterlässt Eindruck. Die MotoGP-Maschinen seien erheblich schneller und fordernder.
Trotz der neuen Herausforderung bleibt sein sportlicher Anspruch unverändert. „Erfolg hat für mich weiterhin oberste Priorität”, betonte der Türke. Die Freude am Projekt werde wachsen, wenn sich auch Ergebnisse einstellen.
Trainingsbeginn ist am 27. Februar, das Hauptrennen folgt am 1. März.
Marquez greift erneut an
Parallel zu Razgatlıoğlus Debüt richtet sich der Blick auf Titelverteidiger Marc Márquez, der in Thailand seine nächste Titelmission startet. Der Spanier hatte im Vorjahr nach einer langen Verletzungspause sein erstes WM-Gold seit 2019 gewonnen und damit ein bemerkenswertes Comeback gekrönt.
Für Márquez und das Werksteam Ducati Lenovo ist die Zielsetzung klar: der erneute Kampf um die Weltmeisterschaft. „Der Druck ist hoch”, erklärte der achtmalige Weltmeister in der Saisonvorbereitung. In einem Werksteam müsse der Anspruch stets der Titel sein.