Schwimm-Spektakel im Bosporus mit mehr Sicherheit – 2.500 Athleten queren zwei Kontinente

24.08.2026 – 13:00 Uhr

Istanbul – Der Bosporus ist wieder zur spektakulären Schwimmstrecke geworden: Beim 38. Bosphorus Cross-Continental Swimming Race haben am 23. August 2.500 Schwimmerinnen und Schwimmer die Meerenge von Asien nach Europa durchquert. Nach dem tödlichen Verschwinden eines russischen Teilnehmers im vergangenen Jahr wurde das Sicherheitskonzept deutlich verschärft.

Der 6,5 Kilometer lange Wettbewerb, der seit 1989 vom Türkischen Olympischen Komitee organisiert wird, startete am Vormittag am Fährterminal in Kanlıca auf der asiatischen Seite. Ziel war der Kuruçeşme Cemil Topuzlu Park auf der europäischen Seite.

Für das Rennen wurde der Bosporus zwischen 9 und 13 Uhr in beiden Richtungen für den Schiffsverkehr gesperrt. Die Teilnehmer schwammen vor der beeindruckenden Kulisse Istanbuls vorbei an historischen Sehenswürdigkeiten wie der Festung Rumeli.

2.500 Schwimmer aus aller Welt

Die Hälfte des Teilnehmerfeldes kam aus der Türkei. Weitere 1.250 Athleten reisten aus 64 Ländern an. Wegen der gestiegenen Sicherheitsanforderungen wurde die Zahl der internationalen Teilnehmer in diesem Jahr auf 1.250 begrenzt.

Das Rennen gilt international als eines der bekanntesten Freiwasserschwimmen der Welt. Die World Open Water Swimming Association (WOWSA) zeichnete den Wettbewerb bereits als bestes Freiwasserschwimm-Event der Welt aus.

Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt

Der Grund für die zusätzlichen Maßnahmen ist ein tragischer Vorfall aus dem vergangenen Jahr. Der 30-jährige russische Schwimmer Nikolai Svechnikov erreichte damals das Ziel nicht und wurde zunächst vermisst. Die türkischen Behörden leiteten Ermittlungen ein und werteten unter anderem Aufnahmen der Veranstaltung und Überwachungskameras aus.

Fünf Monate später wurde Svechnikovs Leichnam vor der Küste von Kuruçeşme im Istanbuler Bezirk Beşiktaş gefunden.

In diesem Jahr wurde deshalb jeder Teilnehmer mit einer Rettungsboje und einem Ortungschip ausgestattet, der am Handgelenk oder Knöchel getragen wird. Drohnen, Boote sowie Teams über und unter der Wasseroberfläche überwachten die Schwimmstrecke.

Mehr als 100 Boote waren für Ortung und Unterstützung im Einsatz. Insgesamt beteiligten sich 31 Institutionen an der Organisation, darunter die türkische Küstenwache, die Seesicherheitsbehörden und die Polizei.

Strengere Voraussetzungen für die Teilnehmer

Auch die Zulassungskriterien wurden verschärft. Die Teilnehmer müssen über eine Schwimmlizenz verfügen und entweder bereits Wettkampferfahrung nachweisen oder bestimmte Qualifikationszeiten erfüllen.

Organisationschef Şenol Güneş betonte, dass sich das Rennen längst zu einem internationalen Sport- und Tourismusevent entwickelt habe. Viele Teilnehmer und Besucher reisen bereits mehrere Tage vor dem Wettbewerb an, um Istanbul zu erkunden.

Im vergangenen Jahr gewannen Atakan Ercan bei den Männern und Talya Erdoğan bei den Frauen.