Dem umstrittenen Zeit-Spiel im Fußball soll nach dem Willen der Regelhüter stärker zugesetzt werden. Das International Football Association Board (IFAB) bereitet neue Maßnahmen vor, um absichtliches Zeitvergeuden während der Spiele effektiv zu minimieren. Das berichtet unter anderem das Fachportal „The Athletic”.
Hintergrund ist die wachsende Kritik von Fans und Experten, dass häufige und lange Unterbrechungen den Spielfluss und die Freude der Zuschauer erheblich beeinträchtigen. Der IFAB, das für die Fußballregeln zuständige Gremium, will daher bei einem Treffen in der kommenden Woche konkrete Schritte erörtern.
Im Fokus stehen dabei zwei spezielle Spielsituationen: Einwürfe und Abstöße des Torwarts. Laut Bericht soll die Einführung einer verbindlichen Countdown-Regelung geprüft werden. Sollte ein Spieler die Ausführung zu lange verzögern, würde der Ballbesitz an das gegnerische Team übergehen. Aktuell benötigen Mannschaften im Durchschnitt etwa 25 Sekunden für einen Einwurf. In einem Premier-League-Spiel zwischen Brentford und Liverpool in dieser Saison dauerten zwei Einwürfe sogar 34 bzw. 35 Sekunden – eine Entwicklung, die den Regelwächtern zu weit geht.
Bereits im vergangenen Jahr hatte der IFAB eine entsprechende Änderung beschlossen. Hält ein Torhüter den Ball länger als acht Sekunden in den Händen, erhält das gegnerische Team einen indirekten Freistoß. Diese Verschärfung war ein erster Schritt gegen das Zeit-Spielen.
Einem pauschalen Stoppen der Spieluhr bei Unterbrechungen – ähnlich wie in anderen Sportarten – steht der Verband jedoch nach wie vor kritisch gegenüber. Stattdessen werden gezielte Lösungen für einzelne, besonders zeitintensive Spielphasen gesucht. Neben Einwürfen und Abstößen stehen auch die durch VAR-Entscheidungen und Verletzungsbehandlungen verlorenen Minuten im Fokus der Diskussion. Ob und welche neuen Regeln beschlossen werden, wird sich nach der anstehenden Sitzung zeigen.