Wenige Tage vor dem für den Titel entscheidenden Stadtderby zwischen Galatasaray und Fenerbahçe hat sich der Ton zwischen den Rivalen und dem nationalen Fußballverband TFF dramatisch verschärft. Galatasaray brach am Mittwoch sämtliche Beziehungen zur Türkischen Fußball Föderation (TFF) ab, unmittelbar nachdem der Schiedsrichter für das Spitzenspiel bekannt gegeben worden war.
Der türkische Verband hatte Yasin Kol als Unparteiischen für die Begegnung am 26. April angesetzt. Diese Personalie sorgte auf Seiten des Rekordmeisters für erhebliche Verstimmung. Ein hochrangiger Vereinsfunktionär von Galatasaray bestätigte gegenüber BBC Türkçe, dass die Aussetzung der Verbandsbeziehungen eine direkte Reaktion auf diese Ernennung sei. Der Funktionär kritisierte die TFF scharf und warf dem Referee vor, bereits im Hinspiel, das er geleitet hatte, gravierende Fehler gemacht zu haben.
Das Ligaduell am 1. Dezember 2025, das ebenfalls unter der Leitung von Yasin Kol stand, war mit einem 1:1-Unentschieden zu Ende gegangen. Die Partie am kommenden Sonntag gilt als vorentscheidend im Kampf um die Meisterschaft.
Die offizielle Verkündung der Schiedsrichteransetzung am 23. April schlug in den sozialen Netzwerken umgehend hohe Wellen. Zwischen den offiziellen Accounts beider Klubs auf der Plattform X entspann sich ein öffentlicher Schlagabtausch. Der Account von Galatasaray fragte provokant: „Atamayı birlikte mi yaptınız?“ (zu Deutsch etwa: „Habt ihr die Ernennung gemeinsam vorgenommen?“).
Die Reaktion des Rivalen Fenerbahçe ließ nicht lange auf sich warten und fiel pointiert aus: „Kişi kendinden bilir işi” (sinngemäß: „Wer selbst schuldig ist, unterstellt es auch anderen”). Kurz darauf veröffentlichte Galatasaray auf seinem offiziellen X-Kanal die formelle Mitteilung über den Abbruch der Beziehungen zur TFF-Führung.