Rekordtransfer Salah nach Fehlstart in der Kritik – Fans gespalten

21.08.2026 – 16:00 Uhr

Nach nur zwei Pflichtspielen ist die anfängliche Euphorie um den spektakulärsten Transfer der Vereinsgeschichte einer hitzigen Kontroverse gewichen. Die Verpflichtung des ägyptischen Superstars Mohamed Salah durch Trabzonspor sorgt an der türkischen Schwarzmeerküste für heftige Diskussionen und spaltet die Fangemeinde in zwei Lager.

Nachdem die Bordeaux-Blauen zum Saisonauftakt in der Trendyol Süper Lig gegen Kasımpaşa nicht über ein Unentschieden hinausgekommen waren, kassierten sie am gestrigen Abend im Hinspiel der UEFA-Europa-League-Play-offs eine ernüchternde 0:1-Heimniederlage gegen den ungarischen Vertreter Ferencváros. Durch diese Pleite im Akyazı-Stadion ist das Erreichen der Gruppenphase für den türkischen Spitzenklub bereits akut gefährdet.

Im Fokus der Kritik steht dabei ausgerechnet der Mann, der als Heilsbringer verpflichtet wurde: Muhammed Salah. Mohammed Salah. Der 34-Jährige wechselte für ein kolportiertes Nettogrundgehalt von 17 Millionen Euro pro Saison plus erfolgsabhängigen Boni an den Bosporus und stellt damit die teuerste Personalie in der Historie des Vereins dar. Im ersten Heimspiel konnte er die hohen Erwartungen jedoch nicht erfüllen.

Die Leistung des Ägypters, der in der Startelf stand, entfachte unmittelbar nach dem Abpfiff eine hitzige Debatte in den sozialen Medien und Fanforen. Ein Teil der Anhängerschaft kritisiert die Transferpolitik des Klubs scharf. Es wird argumentiert, dass Trabzonspor in der jüngeren Vergangenheit vor allem durch kluge Scouting-Arbeit und die gewinnbringende Weiterveräußerung junger Talente geglänzt habe. Der Strategiewechsel hin zu einem finanziell schwergewichtigen Engagement für einen Spieler im fortgeschrittenen Fußballeralter sei demnach ein Fehler gewesen. Salah sei „weit entfernt von seinen glorreichen Tagen beim FC Liverpool” und könne die immense Investition nicht rechtfertigen, so der Vorwurf.

Die andere Seite der Fanszene zeigt sich indes verstimmt über die schnelle Verurteilung. Die Unterstützer verweisen darauf, dass Salah erst sein zweites Pflichtspiel im bordeaux-blauen Trikot bestritten hat und zudem verspätet in die Saisonvorbereitung eingestiegen ist. Es sei daher nur eine Frage der Zeit, bis der Ägypter seine körperliche Bestform und spielerische Klasse abrufen werde. Die vorschnelle Kritik sei unangebracht und kontraproduktiv.

Für Trainer und Mannschaft bleibt angesichts der internen Unruhe wenig Zeit zur Aufarbeitung. Im Rückspiel in Budapest muss Trabzonspor zwingend eine deutliche Leistungssteigerung zeigen, um das frühe Aus im Europapokal und eine weitere Eskalation der internen Debatten um den Star-Neuzugang zu verhindern.