Real Madrids Stradivarius im Rock’n’Roll-Modus: Arda Güler begeistert Spaniens Presse

26.10.2026 – 16:00 Uhr

Nach dem 2:1-Erfolg von Real Madrid im Clásico gegen den FC Barcelona ist Arda Güler in den spanischen Sportzeitungen ein viel diskutiertes Thema. Der türkische Mittelfeldspieler, der im Camp Nou in der Startelf stand, avancierte mit seinen Distanzschüssen und kreativen Momenten zum Gegenstand ausführlicher Analysen. Die Presse feierte den 21-Jährigen, dessen Entwicklung unter Trainer José Mourinho eine bemerkenswerte Wendung genommen hat.

Mbappé trifft, Güler wirbelt

Den Grundstein für den Erfolg der Madrilenen legte jedoch Kylian Mbappé, der beide Tore für die Gäste erzielte und damit die erste Liga-Niederlage des FC Barcelona in dieser Saison besiegelte. Dennoch stand im Anschluss vor allem Güler im Fokus: In der 5. Minute ging sein Schuss noch über das Tor, in der 18. Minute scheiterte er an Barça-Keeper Joan García. Besonders in der 63. Minute zwang er den Schlussmann mit einem strammen Versuch von außerhalb des Strafraums zu einer Glanzparade; auch sein Abschluss in der 71. Minute blieb in den Händen des Torwarts. Darüber hinaus trug der Nationalspieler mit seinen Eckstößen maßgeblich zum Offensivspiel der Königlichen bei.

Mourinho setzt auf Kreativität statt Kontrolle

Die Zeitung El País widmete sich der taktischen Umstellung des portugiesischen Trainers. Dieser habe die zuletzt praktizierte Doppel-Sechs mit Tchouaméni und Valverde aufgegeben und stattdessen auf technisch versierte Spieler gesetzt. So rückte Bernardo Silva neben Tchouaméni ins Mittelfeld, während Güler davor agierte und Valverde die rechte Abwehrseite besetzte. Damit brachte Mourinho die beiden kreativsten Akteure seines Kaders gemeinsam in die Startelf – eine Reaktion auf die enttäuschenden Erfahrungen mit der defensiveren Formation in den Wochen zuvor.

Cadenas hob hervor, dass die vermeintlich unantastbare Achse Tchouaméni-Valverde durchbrochen worden sei. Durch die Hereinnahme von Bernardo und Güler habe das Team deutlich mehr Qualität und Offensivkraft gewonnen. Die Madrilenen hätten Barcelona so sehr unter Druck gesetzt, dass Rodri und Pedri kaum ins Spiel gekommen seien.

Vom fragilen Talent zum Führungsspieler

Die Zeitung La Opinión zeichnete Gülers sportliche Entwicklung nach und verglich ihn mit einer Stradivari – einem kostbaren Instrument, das Mourinho nun zum Klingen bringt. Bei seiner Ankunft vor drei Jahren wog der damals 18-Jährige bei 1,74 Metern Körpergröße lediglich 63 Kilogramm. Durch die gezielte Arbeit mit Fitnesstrainern und Ernährungsberatern hat er rund zehn Kilogramm Muskelmasse zugelegt und wiederkehrende Muskelprobleme überwunden.

Laut dem Bericht war es insbesondere Xabi Alonso, der Güler die Rolle des zentralen Mittelfeldspielers nahebrachte und ihm beibrachte, das Spiel zu lesen, den Ball zu schützen und nicht jeden Pass erzwingen zu wollen. Mourinho setzte diese Entwicklung fort und verlangte von Güler, nach Ballgewinnen das vertikale Umschaltspiel einzuleiten. Der Portugiese verwendet für den Türken mittlerweile häufig den Begriff „Multitasker“. In den vergangenen drei Spielen gegen Rom, Sevilla und Leipzig erzielte Real Madrid insgesamt zwölf Treffer – durchschnittlich vier pro Partie.

Lob aus allen Richtungen

Laut La Vanguardia war Güler der aktivste Spieler im Madrider Angriff. Er habe Chancen kreiert, präzise Pässe gespielt, gefährliche Flanken geschlagen und Joan Garcia mehrfach geprüft. Die Offensive der Königlichen habe sich als „effektiv und tödlich” erwiesen – eine Kombination aus Mbappés Torinstinkt, Gülers Kreativität, Bellinghams Einsatzbereitschaft und Diomandes Beharrlichkeit.

Marca sprach von der besten Partie Madrids in den vergangenen drei Jahren. Das Team habe aggressiv, organisiert und mit hoher Qualität agiert. Mourinho habe eine Falle gestellt, aus der Barcelona keinen Ausweg fand.