Real Madrid hat in der Champions League gegen die AS Rom nach einem 1:3-Rückstand noch mit 4:3 gewonnen. In der spanischen Berichterstattung stand dabei weniger das Ergebnis als vielmehr die Tatsache im Mittelpunkt, dass Arda Güler zunächst nur auf der Bank saß.
Der Türke wurde erst in der 59. Minute eingewechselt, als Madrid bereits mit 1:3 zurücklag. Er ersetzte Dumfries und bereitete anschließend sowohl das Tor von Endrick als auch den Treffer von Rüdiger vor. Damit war er maßgeblich am Umschwung beteiligt. Die Entscheidung von Trainer José Mourinho, Güler zunächst auf der Bank zu lassen, sorgte in der spanischen Presse für Verwunderung und deutliche Kritik.
Die Zeitung Diario AS titelte: „Mourinho verzichtet auf den wichtigsten Kreativspieler der Offensive.“ In ihrem Kommentar hieß es, Güler habe in dieser Saison in den Spielen, in denen er von Beginn an auflief, die kreative Verantwortung im Mittelfeld nahezu allein getragen. Mourinho habe sich in Rom für ein physischeres Mittelfeld entschieden und damit „den wichtigsten Passgeber und die zentrale kreative Kraft direkt auf die Bank verbannt”.
Die Zeitung Marca, die vor der Partie noch angekündigt hatte, dass Güler auf dem rechten Flügel beginnen werde, reagierte auf die offiziellen Aufstellungen mit der Überschrift „Nada de Güler” („Keine Spur von Güler”). In der Halbzeitanalyse hieß es, Real Madrid habe große Schwierigkeiten gehabt, den Ball nach vorne zu tragen und Mbappé sowie Vinícius in Szene zu setzen. Torhüter Courtois sei immer wieder gezwungen gewesen, lange Bälle nach vorne zu schlagen, „weil auf dem Feld kein Arda Güler war, der den Ball annehmen und weiterleiten konnte”. Weiter kritisierte das Blatt: „Mourinho hat eine taktische Änderung vorgenommen, aber dass der mit Abstand beste Spieler der Partie gegen Villarreal auf der Bank sitzt, ist nicht nachvollziehbar.“
Das Portal 365Scores España urteilte: „Arda Güler ist seit Saisonbeginn einer der drei besten Spieler von Real Madrid. Doch Mourinho hat nicht den Mut, die großen Stars des Teams – Mbappé, Vinícius, Bellingham – auf die Bank zu setzen, und schiebt die taktische Verantwortung erneut Güler zu, den er als leichtes Ziel betrachtet.“ Die Entscheidung für Yan Diomandé sei auf ein direkteres Spiel ausgerichtet gewesen, habe Madrid aber „jeglicher Kreativität beraubt“.
Auch die Barcelona nahestehenden Zeitungen Mundo Deportivo und Sport griffen die Personalie auf. Unter der Überschrift „Madrids einziger Unterschiedsspieler sitzt auf der Bank“ berichteten beide Blätter über die Entscheidung Mourinhos.
Güler war in der 59. Minute beim Stand von 1:3 für Dumfries ins Spiel gekommen. Nach seinen beiden Vorlagen endete die Partie 4:3 für Real Madrid.