Nicht jeder Star kann bei einem großen Turnier überzeugen. Während die Weltmeisterschaft neue Helden hervorbringt, bleiben andere weit hinter den Erwartungen zurück. Das renommierte portugiesische Sportblatt A Bola hat nun eine viel beachtete Rangliste der größten WM-Enttäuschungen veröffentlicht. Besonders brisant aus türkischer Sicht: Gleich drei Akteure der türkischen Nationalmannschaft finden sich auf der Negativliste wieder.
An der Spitze des Rankings steht der uruguayische Torhüter Fernando Muslera, dessen eklatante Fehler laut der portugiesischen Redaktion den größten Schock des Turniers darstellten. Er führt eine Riege internationaler Topspieler an, die unter dem immensen Druck der Weltbühne nicht überzeugen konnten.
Auf den weiteren Plätzen folgen unter anderem der deutsche Nationalspieler Joshua Kimmich sowie der als Jahrhunderttalent gehandelte Kroate Joško Gvardiol. Dass die Liste an Prominenz nicht spart, zeigen auch die Nennungen von Cristiano Ronaldo (Platz 10), der in der K.-o.-Phase kaum Akzente setzen konnte, sowie Manuel Neuer (Platz 12), Jamal Musiala (Platz 7) und Leroy Sané (Platz 9). Selbst der brasilianische Zauberer Neymar (Platz 19) und der belgische Dribbler Jérémy Doku (Platz 22) entgingen der Kritik der Fachjournalisten nicht.
Kökçü, Yıldız und Güler mit vernichtendem Urteil
Für die türkischen Fans ist dieses Urteil besonders bitter. A Bola setzte gleich drei türkische Hoffnungsträger auf die Liste der Underperformer. Benficas Mittelfeldstratege Orkun Kökçü (Platz 15), Juventus-Youngster Kenan Yıldız (Platz 18) und das von Real Madrid ausgeliehene Supertalent Arda Güler (Platz 20) konnten ihre starke Vereinsform demnach nicht auf die internationale Bühne übertragen. Sie teilen das Schicksal weiterer prominenter Ausfälle wie des Engländers Declan Rice (Platz 13) oder des schottischen Europameisterschafts-Helden Scott McTominay (Platz 14).
Auf der Liste der 23 Namen stehen internationale Schwergewichte wie Federico Valverde (6), Bruno Fernandes (8) oder Heung-min Son (11), die ebenso als Schatten ihrer selbst wahrgenommen wurden wie Viktor Gyökeres (21) oder Raphinha (23). Die portugiesische Analyse verdeutlicht einmal mehr die Gnadenlosigkeit des WM-Scheinwerferlichts, das aus gefeierten Helden binnen weniger Spiele die größten Enttäuschungen machen kann.