Nationaltrainer-Debatte in der Türkei: Quelle aus der Ukraine bringt Arda Turan ins Gespräch

22.07.2026 – 11:00 Uhr

Trotz offizieller Treuebekenntnisse verdichten sich die Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied von Vincenzo Montella als türkischer Nationaltrainer. Nachdem der italienische Coach und Verbandschef İbrahim Hacıosmanoğlu nach dem enttäuschenden frühen Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft 2026 noch den gemeinsamen Weg bekräftigt hatten, sorgt nun eine Quelle aus der Ukraine für neue Unruhe.

Der ukrainische Journalist Igor Burbas, der als ausgewiesener Kenner des osteuropäischen Fußballs gilt und den Klub von Arda Turan, Schachtar Donezk, intensiv verfolgt, erhebt schwere Vorwürfe. In der YouTube-Sendung „BurBuzz“ behauptete Burbas, die Trennung von Montella sei im türkischen Verband längst ein offenes Geheimnis. „Es stimmt, dass Arda Turan das Angebot unterbreitet wurde, türkischer Nationaltrainer zu werden. Sie haben Montella noch nicht entlassen, aber meines Erachtens sind sie bereit, sich von ihm zu trennen, sobald sie einen würdigen Nachfolger gefunden haben“, so der Reporter wörtlich.

Die türkische Nationalelf war bei der Endrunde in Nordamerika eine der ersten Mannschaften, die ausgeschieden sind – ein sportliches Debakel, das im internationalen Vergleich die sofortigen Rücktritte anderer Spitzencoaches nach sich zog. Erst am Mittwoch hatte Didier Deschamps nach der Finalniederlage Frankreichs gegen England und dem verpassten Titel seinen Abschied erklärt. Montella hingegen schloss einen freiwilligen Rücktritt kategorisch aus.

Brisant ist diese Personalie vor allem, weil sich Arda Turan jüngst selbst klar zur Personalie Montella positioniert hatte. In einem Interview mit dem YouTube-Kanal „Kafa Sports“ erklärte der ehemalige Nationalspieler und aktuelle Erfolgstrainer von Schachtar Donezk im Juni noch: „Die Nationalmannschaft hat einen großartigen Trainer. Solche Dinge passieren im Fußball. Bis hierhin hat er einen sehr guten Job gemacht.“ Ob dieses öffentliche Lob eine versteckte Absage an eine mögliche Nachfolge darstellt oder lediglich diplomatisches Geschick beweist, bleibt vorerst offen.

Die türkische Verbandsspitze um den umstrittenen Präsidenten Hacıosmanoğlu steht nun vor einem kommunikativen Dilemma. Während man nach außen hin Stabilität demonstriert, nährt der Bericht aus dem Ausland die Zweifel an einem langfristigen Verbleib des Italieners. Eine offizielle Stellungnahme des türkischen Fußballverbandes zu den angeblichen Verhandlungen mit Turan liegt bislang nicht vor.