Eine Ära endet leise, aber mit Gepäck, das nach Übersee geschickt werden muss. Mauro Icardi steht unmittelbar vor dem Abschied von Galatasaray Istanbul. Laut übereinstimmenden türkischen Medienberichten hat der argentinische Stürmerstar bereits damit begonnen, seine persönlichen Gegenstände in der Metropole am Bosporus zu packen. Die Zeichen bei den „Löwen” stehen auf Trennung.
Wie die türkische Tageszeitung Sabah meldet, wird das bevorstehende Heimspiel gegen Antalyaspor im RAMS Park für den 33-Jährigen zur emotionalen Schlussvorstellung. Da sein zum Saisonende auslaufender Vertrag nicht verlängert wird, dürfte es sein letzter Auftritt vor der leidenschaftlichen gelb-roten Anhängerschaft sein. Dem Vernehmen nach will Icardi die Partie nutzen, um sich mit einem Tor gebührend von den Fans zu verabschieden – aus diesem Grund soll die sonst so kaltschnäuzige Nummer 9 extrem motiviert in die Begegnung gehen.
Das Kapitel Icardi, das 2022 mit viel Glamour und einer spektakulären Leihe von Paris Saint-Germain begann und später in einen festen Transfer mündete, wird damit nach drei turbulenten Jahren geschlossen. In dieser Zeit entwickelte sich der Mittelstürmer trotz privater Schlagzeilen und Verletzungssorgen zum unumstrittenen Kopf der Mannschaft und Meistermacher. Seine statistische Bilanz im Trikot des türkischen Rekordmeisters ist makellos: In 132 Pflichtspielen erzielte Icardi 77 Tore und bereitete 24 weitere vor.
Während Icardi sich innerlich auf einen Neuanfang vorbereitet – womöglich ein letztes großes Abenteuer in seiner argentinischen Heimat bei River Plate oder ein lukratives Engagement im arabischen Raum –, laufen bei der sportlichen Leitung um Trainer Okan Buruk bereits die Telefone heiß. Die Suche nach einem klassischen Zielspieler mit einer ähnlich hohen Abschlussqualität hat für die kommende Transferperiode absolute Priorität. Galatasaray muss eine Lücke schließen, die weit mehr als nur Tore umfasst. Icardi war Strippenzieher, Anführer und vor allem ein Garant für den schwierigen Moment, den kein System der Welt ersetzen kann.