Kenan Yıldız entschuldigt sich nach türkischem WM-Aus bei den Fans

25.06.2026 – 16:00 Uhr

Eine schonungslose Selbstkritik und eine emotionale Botschaft an 85 Millionen Menschen: Vor dem letzten WM-Gruppenspiel gegen die USA hat sich der türkische Nationalspieler Kenan Yıldız im Namen der Mannschaft offiziell bei den Fans und der türkischen Bevölkerung für das frühe Turnier-Aus entschuldigt. Der 21-jährige Offensivakteur von Juventus Turin zeigte sich auf der Pressekonferenz tief betroffen, aber kämpferisch.

„Ich möchte mich bei unserem gesamten Volk und allen unterstützenden Fans entschuldigen. Es war eine echte Enttäuschung“, sagte Yıldız im Los Angeles Stadium. Trotz des vorzeitigen Scheiterns in Gruppe D betonte der Jungstar, dass die Mannschaft das Turnier nicht gesenkten Hauptes verlassen wolle. „Wir wollen im letzten Spiel gegen die USA einen guten Auftritt hinlegen und mit Stolz abreisen. In den kommenden Turnieren werden wir alles daransetzen, um euch alle stolz zu machen. Diesmal haben wir es nicht geschafft.“

Dominante Statistiken, fehlende Tore

Die nüchterne Analyse des Talents fiel deutlich aus: Die Mannschaft von Trainer Vincenzo Montella habe in den beiden Auftaktniederlagen zwar phasenweise überzeugt, sei aber an der eigenen Ineffizienz gescheitert. Yıldız wies auf eine kuriose Diskrepanz hin: „Statistisch gesehen sind wir in vielen Bereichen die Nummer eins. Wir sind das Team mit den meisten Torschüssen. Aber im Fußball gewinnen leider nicht die Statistiken. Die Gegner haben getroffen, wir nicht.“ Als Offensivspieler tue es besonders weh, ohne eigenen Treffer zu bleiben. Beide bisherigen Gegner hätten ihre Abwehrreihen tief gestaffelt und es sei dem Team nicht gelungen, diese Riegel entscheidend zu knacken. Dennoch zeigte sich der Profi für das Duell mit den USA zuversichtlich: „Ich bin sicher, dass uns im dritten Spiel ein Tor gelingt.“

Sorge um Fitness und Taktik-Debatte

Yıldız räumte zudem körperliche Defizite ein. Eine Verletzung unmittelbar vor dem Turnier habe seine Vorbereitung massiv beeinträchtigt. „Vielleicht konnte ich nicht genug trainieren und meine hundert Prozent nicht abrufen“, erklärte der Stürmer. Auf die unterschiedlichen taktischen Anforderungen bei Juventus Turin und in der Nationalmannschaft angesprochen, antwortete er diplomatisch: „Es sind zwei unterschiedliche Trainer, die Systeme differieren. Das ist normal im Fußball.“

Ehrenrunde gegen alte Bekannte

Trotz der sportlichen Bedeutungslosigkeit der Partie versprach Yıldız einen leidenschaftlichen Auftritt gegen die USA. Der türkische Star, der mit einigen US-Akteuren bereits auf Vereinsebene zusammengespielt hat, erwartet eine Rotation beim Gegner, sieht sein eigenes Team aber dennoch in der Pflicht, eine Reaktion zu zeigen. „Wir haben sehr talentierte Spieler, auch wenn wir unser Können vielleicht noch nicht vollständig auf den Platz gebracht haben. Wir sind große Kulissen gewohnt und werden bis zur letzten Minute kämpfen“, so Yıldız abschließend.