Juventus Turin hat seine Saisonvorbereitung mit einem Achtungserfolg fortgesetzt. Der italienische Rekordmeister bezwang den FC Chelsea in einem Testspiel in Hongkong mit 1:0. Zum Matchwinner avancierte ein eingewechselter türkischer Nationalspieler, während ein prominenter Neuzugang über die volle Distanz Stabilität verlieh.
Vor beeindruckender Kulisse in Asien erzielte Edon Zhegrova in der 68. Minute den entscheidenden Treffer für die „Alte Dame“. Die sehenswerte Vorarbeit dazu lieferte Kenan Yıldız, der nur fünf Minuten zuvor auf das Feld gekommen war. Mit einer geschickten Aktion legte der 19-Jährige mustergültig auf und krönte damit einen Kurzeinsatz, der weit mehr als nur diesen einen genialen Moment bot.
Auf der anderen Seite absolvierte der von der AS Rom verpflichtete Rechtsverteidiger Zeki Çelik die gesamten 90 Minuten. Der erfahrene Defensivspieler agierte gewohnt zuverlässig und untermauerte seinen Anspruch auf einen Stammplatz, während die Blues um ihren deutschen Neuzugang Christopher Nkunku offensiv weitgehend blass blieben.
Für das größte Lob nach dem Abpfiff sorgte jedoch Trainer Luciano Spalletti mit einer Eloge auf Juwel Yıldız. Der Coach wählte ungewöhnlich emotionale Worte: „Dass es ihm jetzt gut geht, dass er nicht mehr leidet, sondern lächelt und seinen Fußball frei ausdrücken kann – das ist es, was uns am glücklichsten macht. Kenan ist ein unheimlich wichtiger Spieler für uns, deshalb managen wir seine Spielminuten sehr sorgfältig.“ Man wolle das Talent durch die richtige Kadrierung behutsam zu seiner Topform über die gesamte Saison führen.
Doch der erfahrene Trainer beließ es nicht bei warmen Worten, sondern betonte auch die spielerische Reife des jungen Spielers. „Ein Tor allein macht niemanden glücklich, und auch ein Assist reicht nicht, wenn die Unterstützung für das Team über 90 Minuten fehlt. Es geht um die grundsätzliche Einstellung. Kenan hat seine Sache gut gemacht“, analysierte Spalletti. „Es stimmt, er hat zeitweise ein paar einfache Bälle verloren, mit denen man dem Spiel mehr Kontinuität hätte geben können. Aber er hat auch seine besonderen Fähigkeiten aufblitzen lassen. Wenn der Ball an seinem Fuß klebt, kann er zwei, drei Verteidiger auf sich ziehen. Auch die Qualität seines Abschlusses hat man heute gesehen.“