Junger Paralympics-Athlet Ahmet Süha Bayır wird Europas Nummer zwei im Speerwurf

16.01.2026 – 15:00 Uhr

Mit einem deutlich längeren Speer als er selbst hat der 17-jährige Ahmet Süha Bayır aus Bursa einen Platz auf dem europäischen Podium gesichert. Der 1,32 Meter große Schüler, der an der Wachstumsstörung Achondroplasie leidet, gewann bei den Para-Leichtathletik-Europäischen Jugendspielen in Istanbul die Silbermedaille im Speerwurf und rückte damit in den Fokus des paralympischen Leistungssports.

Bayır besucht die zehnte Klasse einer Gesundheitsfachoberschule und möchte später als Rettungssanitäter arbeiten. Er kam eher zufällig zur Leichtathletik. Ursprünglich hatte er mit dem Schwimmen begonnen, musste diese Sportart jedoch aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Auf Empfehlung seines damaligen Trainers wechselte er vor rund einem Jahr zur Leichtathletik – eine Entscheidung mit schnellen Folgen.

Nach nur sechs Monaten gezieltem Training wurde Bayır in den Kader der türkischen paralympischen Nationalmannschaft berufen. Bei den europäischen Jugendspielen schleuderte er den 2,30 Meter langen Speer auf 15,90 Meter und setzte sich damit gegen vier internationale Konkurrenten durch. Am Ende fehlte nur ein Gegner zum Titelgewinn.

Der Jugendliche stammt aus einer Familie ohne sportlichen Hintergrund. Sein Vater arbeitet in einer Kläranlage, seine Mutter ist Physiklehrerin. Ahmet Süha ist das jüngste von drei Kindern und kam mit einer genetischen Besonderheit zur Welt. Unterstützung erhielt er nach eigenen Angaben stets aus dem familiären Umfeld.

Der sportliche Erfolg hat seinen Alltag verändert. Neben der Schule trainiert er an sechs Tagen pro Woche jeweils mehrere Stunden. Als Nächstes stehen nationale Qualifikationswettkämpfe in Adana an, bei denen es um die Teilnahme an internationalen Grand-Prix-Wettbewerben geht. Langfristig verfolgt der Nachwuchsathlet ein klares Ziel: einen Start bei den Paralympischen Spielen.

Auch seine Trainerin ist von dem Potenzial des jungen Werfers überzeugt. Innerhalb kurzer Zeit habe Bayır große Fortschritte gemacht, so die Trainerin. Dabei sei nicht nur die Technik entscheidend, sondern auch Motivation und Vertrauen im Training.