Die türkische Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft 2026 eine historische Enttäuschung erlebt: Sie schied bereits nach der Gruppenphase aus. Für die Mannschaft von Trainer Vincenzo Montella endete das Turnier mit Niederlagen gegen Australien (0:2) und Paraguay (0:1) abrupt – die erste WM-Teilnahme seit 24 Jahren geriet damit zum sportlichen Fiasko. Der deutsche Star-Trainer Jürgen Klopp lieferte nun eine tiefgehende Analyse der Ursachen.
Besonders bitter: Im entscheidenden Spiel gegen Paraguay spielte der Gegner die gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl, dennoch gelang den Türken kein Treffer. Die erhoffte Sternstunde auf der größten Bühne des Fußballs blieb somit aus.
Der frühere Liverpool-Coach, der eigenen Angaben zufolge enge Verbindungen in die Türkei pflegt, zeigte sich betroffen vom frühen Ausscheiden. „Ich habe über die Jahre viele türkische Freunde gewonnen und weiß, wie groß der Schmerz jetzt ist”, erklärte der 58-Jährige. Die enorme Erwartungshaltung im Vorfeld des Turniers habe sich als lähmende Hypothek erwiesen.
Klopp widersprach dabei entschieden der These, die Spieler hätten es am nötigen Willen fehlen lassen: „Jeder, der die Spiele gesehen hat, kann diese Behauptung sofort widerlegen. Sie wollten unbedingt.“ Das Problem sei vielmehr ein psychologisches gewesen. Der immense Druck habe dazu geführt, dass die Mannschaft ihre taktische Grundordnung und die Balance zwischen Offensive und Defensive verloren habe.
„Wenn man etwas zu sehr will, vergisst man manchmal den eigentlichen Plan“, analysierte Klopp. „Man muss immer die defensive Sicherheit wahren, nur dann erlangt man auf dem Platz die nötige Freiheit.“ Der frühe Rückstand im Turnier habe diesen Mechanismus außer Kraft gesetzt. „Sie haben ein sehr frühes Tor kassiert, bevor sie überhaupt richtig im Spiel angekommen waren. Danach wurde die Last so erdrückend, dass sie nicht mehr sie selbst sein konnten“, fasste Klopp das Dilemma zusammen.