Während in England die Fußballsaison pausiert, hallten die Gesänge durch die türkische Nacht: Rund 200 Anhänger des englischen Fußballklubs Hull City feierten im türkischen Ferienort Kemer den Aufstieg ihres Vereins in die Premier League – auf Einladung des Klubeigentümers, des türkischen Medienunternehmers Acun Ilıcalı, und mit Unterstützung der Fluggesellschaft Corendon Airlines.
Die per Los ausgewählten Fans hatten sich in der Hotelanlage Corendon Hydros Club Kemer versammelt, in der Ilıcalı am späten Abend unter großem Jubel persönlich erschien. Einige Anhänger präsentierten stolz Tätowierungen der türkischen Nationalflagge, des sogenannten Ay-Yıldız. Ilıcalı filmte die Szene mit seinem Mobiltelefon und ließ sich mit den Gästen ablichten.
Der Klubchef wertete die ungewöhnliche Feier auch als Imagefaktor für sein Heimatland. Solche Organisationen seien bedeutend für die Tourismuswerbung der Türkei, sagte Ilıcalı vor Journalisten: „Kemer ist meiner Meinung nach einer der schönsten Orte Antalyas. Es ist auch eine schöne Werbung für die Türkei, deshalb bin ich sehr glücklich.“ Der enge Draht zu den Anhängern sei für ihn essenziell, so Ilıcalı weiter: „Unsere Beziehung zu den Fans ist für mich sehr wertvoll. Sie haben mich vom ersten Tag an umarmt und motiviert. Diese Liebe hat mich beflügelt, Tag und Nacht zu arbeiten – und schließlich hatten wir das Glück, in die Premier League aufzusteigen.“
250-Millionen-Euro-Budget und eine klare Warnung
Mit Blick auf die kommende Saison formulierte Ilıcalı ein klares Nahziel. Priorität habe der Klassenerhalt, erst danach gehe es darum, sich dauerhaft in der höchsten englischen Spielklasse zu etablieren. Die Kaderplanung laufe auf Hochtouren, Fehleinkäufe seien dabei jedoch tabu: „Wir arbeiten sehr intensiv, aber Fehler können wir uns nicht leisten. Ein falscher Transfer würde uns hart treffen. Bisher lagen wir zu etwa 80 Prozent richtig, haben jeden Spieler einzeln geprüft und immer die Zustimmung unseres Trainers eingeholt.“ Das voraussichtliche Transferbudget bezifferte Ilıcalı auf rund 250 Millionen Euro.
Gleichzeitig kündigte der TV-Macher an, gemeinsame Fanreisen zwischen der Türkei und England zu organisieren, um den türkischen Tourismus weiter zu beleben. Zum türkischen Nationalspieler Arda Güler, der bei Real Madrid unter Vertrag steht, wollte sich Ilıcalı nicht groß äußern: „Ihn muss ich nicht würdigen, das tun schon die gesamte Türkei und die Fußballwelt. Ich wünsche ihm nur: Möge sein Weg offen bleiben. Er ist ein außergewöhnlicher Spieler und wird noch Größeres erreichen, daran habe ich keinen Zweifel.“ Mit Blick auf die Weltmeisterschaft attestierte er der türkischen Nationalmannschaft eine „sehr schöne Stimmung“ und kündigte an, selbst zu mehreren Partien reisen zu wollen.