Gündoğan spricht über Guardiolas Angebot und offene Zukunftsplanung

28.07.2026 – 13:00 Uhr

Ilkay Gündoğan hat deutschen Medien in einem Interview überraschende Einblicke in seine Zukunftspläne gegeben. Der Mittelfeldstar von Galatasaray Istanbul verriet, dass Pep Guardiola ihn vor dessen Abschied von Manchester City für eine ungewöhnliche Rolle vorgesehen hatte. Zudem sprach der 33-Jährige offen über seine Karrieredauer, das Leben in der türkischen Metropole und die Ambitionen seines Vereins in der Champions League.

Gündoğan, der im vergangenen Sommer von Barcelona zu Galatasaray gewechselt war, erklärte, er wolle „ein paar Jahre” weiterspielen, fügte jedoch einen bemerkenswerten Zusatz hinzu: „Aber das kann sich – besonders in meinem Alter – über Nacht ändern.” Diese Ungewissheit untermauerte er mit einem Bekenntnis zur Trainerbank. Er habe bereits die B-Lizenz erworben und könne sich diesen Weg nach der aktiven Karriere vorstellen.

Dass ein prominenter Fürsprecher diese Ambitionen teilt, enthüllte er beiläufig. Auf die Frage nach einem möglichen Job im Trainerteam der deutschen Nationalmannschaft antwortete er: „Bis jetzt kam noch nichts, außer von Pep Guardiola. Das war letztes Jahr, so ein bisschen scherzhaft gemeint.“ Der Starcoach habe ihm gesagt, er solle noch ein paar Jahre spielen und dann sein Co-Trainer werden. „Aber jetzt müssen wir erst mal schauen, er hat ja momentan auch noch keinen Job“, fügte Gündoğan mit einem Lachen hinzu.

Galatasaray als Sprungbrett?

Trotz seines Blicks auf die Zeit nach seiner aktiven Karriere betonte Gündoğan seinen Ehrgeiz mit seinem aktuellen Arbeitgeber. Er beschrieb den Wechsel in die Süper Lig als bewusste Entscheidung für ein neues Umfeld. In deutlichen Worten unterstrich er den Status von Galatasaray: „Es ist doch sehr eindeutig, dass wir im Moment der größte Klub der Türkei sind.“ Das Ziel sei jedoch, den Verein auch international weiter nach vorne zu bringen. „Ich glaube, wir können noch einen Schritt weitergehen, was Europa und die Welt betrifft – vor allem in der Champions League und bei internationalen Vergleichen.“

Dafür sieht er jedoch klaren Nachholbedarf im europäischen Geschäft, besonders auswärts. „Zu Hause sind wir mit unseren Fans eine kleine Macht geworden. Aber auswärts waren wir oft viel zu schwach und harmlos“, analysierte Gündoğan kritisch. Das Rezept für die kommende Saison ist daher eindeutig: „Wir müssen als Mannschaft disziplinierter und organisierter auftreten, um es dem Gegner richtig schwer zu machen.“

Leben im „fußballverrückten“ Istanbul

Neben den sportlichen Perspektiven sprach der ehemalige deutsche Nationalspieler auch über die Schattenseiten seiner Popularität in der 16-Millionen-Metropole. Auf die Frage, wie es sei, als Ilkay Gündoğan in einer „fußballverrückten“ Stadt zu leben, antwortete er überraschend zurückhaltend. „Ehrlicherweise gehen wir kaum raus“, so der Mittelfeldstratege. Spaziergänge oder ausgedehnte Streifzüge durch die Stadt seien kaum möglich. „Das wollen wir auch ein bisschen vermeiden, weil wir nicht genau wissen, was uns draußen erwartet.“

Meistens bewegt sich die Familie direkt vom Haus ins Auto und von dort aus weiter ins Restaurant oder in den Spielzeugladen. Trotz dieser Vorsicht betonte Gündoğan die Herzlichkeit der Menschen: „Egal, wohin wir gehen, die Leute sind superfreundlich – völlig egal, ob sie Galatasaray-, Fenerbahçe- oder Besiktas-Fan sind. Das spielt wirklich keine Rolle.“

Abschließend äußerte sich Gündoğan zu seinem Nachfolger als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp, den er persönlich sehr gut kennt. Er wünsche ihm alles Gute, mahnte nach den jüngsten Turnierenttäuschungen aber auch: „Deutschland gehört immer zu den Mannschaften, die um den Titel mitspielen müssen. Aber in den nächsten Monaten und Jahren werden wir wohl eine etwas demütigere Haltung brauchen.“