Großrazzia im türkischen Fußball? Verband will Namen aus Wett-Ermittlungen veröffentlichen

05.01.2026 – 18:00 Uhr

Der türkische Fußball steht offenbar vor weitreichenden Enthüllungen. Wie der Journalist Atilla Türker berichtet, plant der Türkische Fußballverband (TFF) in den kommenden Wochen eine Reihe öffentlicher Erklärungen zu laufenden Ermittlungen im Zusammenhang mit illegalen Wettaktivitäten.

Demnach will der Verband schrittweise Namen von Personen veröffentlichen, die im Verdacht stehen, in verbotene Wettgeschäfte verwickelt zu sein. Die Bekanntgaben sollen unterschiedliche Ebenen des Fußballs betreffen – von Trainern und Spielervermittlern bis hin zu Vereinspräsidenten und Führungskräften.

Laut Türker will der Verband zunächst technische Direktoren nennen, gefolgt von Spielerberatern. In einem späteren Schritt sollen schließlich auch Vereinsverantwortliche und leitende Funktionäre benannt werden. Die Mitteilungen sollen in wöchentlichen Abständen erfolgen.

Die Ermittlungen beschränken sich demnach nicht ausschließlich auf Vereine. Auch innerhalb des türkischen Fußballverbandes selbst sollen Funktionäre sowie Mitglieder verschiedener Gremien in den Fokus geraten sein. Laut Türker handelt es sich um ein Verfahren mit erheblicher Tragweite, das große Teile der Fußballbranche erfassen könnte.

Seiner Einschätzung nach könnte rund ein Viertel der etwa 6.000 Personen umfassenden türkischen Fußballgemeinschaft mit Sanktionen konfrontiert werden. Diese könnten je nach Schwere der Vorwürfe unterschiedlich ausfallen.

Besonders hoch schätzt Türker den Anteil verdächtiger Personen unter den Trainern ein. Hier liege die Quote demnach bei nahezu 50 Prozent. Bei Schiedsrichtern wird der Anteil auf rund 26 bis 27 Prozent beziffert. Auf Grundlage seiner Recherchen schließt der Journalist nicht aus, dass diese Zahlen im Verlauf der Ermittlungen weiter steigen könnten.

Sollten sich auch nur einige der Vorwürfe bestätigen, könnte dies tiefgreifende Folgen für den türkischen Fußball haben.