Paukenschlag im türkischen Fußball: Der Titelverteidiger und Rekordmeister Galatasaray ist überraschend im Viertelfinale des Ziraat-Türkei-Pokals ausgeschieden. Der haushohe Favorit unterlag am Dienstagabend im heimischen RAMS Park dem Außenseiter Gençlerbirliği Ankara mit 0:2 (0:0) und verpasste damit den Einzug ins Halbfinale.
Vor einer zunehmend ungeduldigen Kulisse entwickelte sich über weite Strecken der ersten Hälfte eine zähe Partie ohne zwingende Höhepunkte. Die Mannschaft von Trainer Okan Buruk kontrollierte zwar Ball und Raum, konnte die dicht gestaffelte Defensive der Gäste jedoch nicht ernsthaft in Gefahr bringen. Folgerichtig ging es torlos in die Kabinen.
Gençlerbirliği bestraft Galatasarays Passivität eiskalt
Der zweite Durchgang begann mit einem Paukenschlag für die Gäste aus der Hauptstadt. In der 51. Minute nutzte Fıratcan Üzüm eine Unordnung in der Hintermannschaft von Galatasaray nach Vorarbeit von Traoré zur überraschenden 1:0-Führung für Gençlerbirliği. In der Folge erhöhte der Spitzenreiter der Süper Lig zwar den Druck, offenbarte dabei jedoch eklatante Schwächen in der Chancenverwertung.
Die Entscheidung fiel in der 83. Minute nach einem folgenschweren Aussetzer von Galatasaray-Keeper Günay Güvenç. Der Torhüter ließ den Ball im Strafraum unkontrolliert prallen, der folgende Abpraller landete bei Adama Traoré, der zum 2:0-Endstand für den Zweitligisten einschob. Galatasaray fand in der verbleibenden Zeit keine Antwort mehr und schied nach einer zehn Spiele andauernden Siegesserie im nationalen Pokalwettbewerb aus.

Eklat um Osimhen und Tränen bei Güvenç
Neben der sportlichen Enttäuschung sorgten auch die Geschehnisse abseits des Rasens für Aufsehen. Die heimischen Anhänger quittierten die schwache Leistung einiger Profis mit deutlichem Unmut. So wurde Offensivspieler Ahmed Kutucu bei seiner Auswechslung in der 56. Minute von den Rängen mit Pfiffen verabschiedet. Noch härter traf es Schlussmann Günay Güvenç, dessen Fehler die Niederlage besiegelte. Bei jedem weiteren Ballkontakt hallten ihm gellende Pfiffe der eigenen Fans entgegen.
Nach dem Schlusspfiff war der sichtlich getroffene Güvenç den Tränen nah. Einige Mitspieler und ein Teil der organisierten Fangruppierung ultrAslan spendeten Trost und forderten den Torwart auf, sich der Südkurve zu stellen. Der bittere Beigeschmack dieser Szene blieb jedoch bestehen. Für zusätzliche Brisanz sorgte Stürmerstar Victor Osimhen, der nach dem Abpfiff völlig aufgebracht auf das Schiedsrichtergespann um Oğuzhan Aksu zustürmte und nur mit Mühe von Betreuern zurückgehalten werden konnte.
Serien reißen im ungünstigsten Moment
Die Niederlage beendete zwei beeindruckende Serien des türkischen Spitzenklubs. Erstmals seit dem 25. November 2025 (0:1 gegen Union Saint-Gilloise in der Champions League) verlor Galatasaray wieder eine Pflichtpartie im heimischen RAMS Park. In den 13 Spielen zuvor hatte es zehn Siege und drei Unentschieden gegeben. Zudem war es die erste Pokalniederlage seit dem 29. Februar 2024, als man ebenfalls mit 0:2 gegen Fatih Karagümrük unterlag.
Im Halbfinale trifft Gençlerbirliği Ankara auf den Sieger der Partie zwischen Samsunspor und Trabzonspor.