Der türkische Rekordmeister Galatasaray Istanbul arbeitet mit Hochdruck an einer spektakulären Verstärkung für die kommende Saison. Um das hochgesteckte Ziel zu finanzieren und die Mannschaft für die Champions League auf ein „elitäreres” Niveau zu heben, könnte jedoch ein prominentes Eigengewächs als finanzielle Manövriermasse dienen.
Nach dem historischen vierten Meistertitel in Folge hat der Verein die Planungen aufgenommen, um den Kader gezielt weiterzuentwickeln. Wie aus dem Vereinsumfeld zu vernehmen ist, hat Galatasaray erneut seine Fühler nach dem portugiesischen Nationalspieler Rafael Leão ausgestreckt. Der 27-jährige Offensivakteur des AC Mailand gilt als Wunschkandidat von Cheftrainer Okan Buruk, der vor allem die Vielseitigkeit des Linksaußen schätzt, der auch im Sturmzentrum agieren kann.
Das Transferfenster könnte sich für die Istanbuler aufgrund der jüngsten Vorkommnisse um Leão öffnen. Nach einem disziplinarischen Ausfall bei der Nationalmannschaft – der Angreifer hatte einem Gegenspieler einen Faustschlag versetzt und dafür die Rote Karte gesehen – wird in italienischen und europäischen Medien über einen möglichen Abschied des als „schwierig” geltenden Profis spekuliert. Galatasaray wittert nun die Chance, den zuletzt auf etwa 50 Millionen Euro taxierten Marktwert zu unterbieten. Dem Vernehmen nach peilen die Verantwortlichen eine Verpflichtung in einer Größenordnung zwischen 30 und 40 Millionen Euro Ablöse an; alternativ wird auch ein Leihgeschäft geprüft.
Die finanzielle Schlagkraft für diesen Transfer könnte maßgeblich vom möglichen Abgang Barış Alper Yılmazs abhängen. Der türkische Nationalspieler hat mit seinen Leistungen Begehrlichkeiten in der englischen Premier League geweckt. Namentlich wird vor allem der FC Arsenal als hartnäckiger Interessent gehandelt. Sollte ein Angebot aus England jenseits der 50-Millionen-Euro-Marke eingehen, wäre der Verein laut übereinstimmenden Berichten bereit, den Publikumsliebling ziehen zu lassen, um den Erlös eins zu eins in die Verpflichtung von Leão zu reinvestieren.
Die Strategie der Vereinsführung zielt darauf ab, den Kader für die Königsklasse nicht nur in der Breite, sondern vor allem in der internationalen Spitze zu stärken. Die Entscheidung über einen möglichen Tausch der Offensivkräfte wird sich voraussichtlich bis in die heiße Phase der Transferperiode hinziehen.