Bei einem Freundschaftsspiel gegen Costa Rica hat die iranische Fußballnationalmannschaft mit einer ungewöhnlichen Aktion auf den Tod von Kindern im Nahostkonflikt aufmerksam gemacht. FIFA-Präsident Gianni Infantino verfolgte die Partie im Stadion.
Vor der Partie im türkischen Antalya lief die Mannschaft mit Bildern getöteter Kinder auf das Feld. Während der Nationalhymnen hielten die Spieler die Fotos vor die Brust, auch die Betreuer auf der Bank positionierten sich mit den Aufnahmen. Laut dem iranischen Fußballverband handelte es sich um Kinder, die im Verlauf der Kampfhandlungen im Nahen Osten ums Leben gekommen waren.
Bereits bei einem vorherigen Spiel gegen Nigeria hatte die Mannschaft eine ähnliche Aktion gezeigt: Damals traten die Spieler mit Schulrucksäcken von Kindern zum Einlauf an. Mit diesen Gesten wollen die Akteure unter anderem an einen Angriff auf eine Grundschule in Minab Ende Februar erinnern, bei dem 168 Mädchen und ihre Lehrerinnen starben.

Das Spiel gegen Costa Rica war ursprünglich in Jordanien geplant, wurde jedoch wegen der angespannten Sicherheitslage in der Region in die Türkei verlegt. Auch ein weiteres Testspiel gegen Nigeria fand in der Türkei statt. Die iranische Regierung hatte zuvor Reisebeschränkungen für bestimmte Länder verhängt, woraufhin der Verband die Vorbereitung nach Antalya verlagerte.
Auf der Tribüne verfolgte FIFA-Präsident Gianni Infantino die Partie. Er traf sich nach Anpfiff der Begegnung mit Vertretern der beiden beteiligten Verbände.
Dies geschah vor dem Hintergrund der anhaltenden militärischen Konflikte zwischen Israel und den USA einerseits sowie dem Iran andererseits. Die iranische Mannschaft nutzte das internationale Freundschaftsspiel, um eine politische Botschaft zu senden. Infantino äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorgang.