Fenerbahçe vor richtungsweisender Wahl: Mit diesen Trainer-Kandidaten pokern die Präsidentschafts-Anwärter

06.05.2026 – 7:00 Uhr

Während Fenerbahçe Istanbul auf die historische außerordentliche Generalversammlung am 6. und 7. Juni zusteuert, werfen die Präsidentschaftskandidaten ihre Schatten voraus – und mit ihnen hochkarätige Namen für den vakanten Trainerposten. Nach der Trennung von Domenico Tedesco gleicht die Suche nach einem neuen Chefcoach einem taktischen Schachspiel, bei dem die Präsidentschaftskandidaten bereits konkrete Wunschlisten zücken.

Bisher haben offiziell nur Barış Göktürk und Hakan Safi ihre Kandidatur erklärt. Mit Spannung wird zudem die erwartete Ankündigung der Schwergewichte Aziz Yıldırım und Mehmet Ali Aydınlar erwartet. Während das personelle Beben an der Vereinsspitze bevorsteht, kursieren in türkischen und internationalen Medien bereits Details zu ersten Gesprächen mit namhaften Trainern.

Die Kandidaten und ihre Fürsprecher im Überblick:

Oliver Glasner (51): Der Machtpoker um den Palace-Coach

Der Österreicher, der sowohl bei Eintracht Frankfurt als auch bei Crystal Palace überzeugen konnte, wird den Londoner Klub zum Saisonende verlassen. Laut ausländischen Medienberichten soll Fenerbahçe bereits Kontakt zu Glasner aufgenommen haben. Der 51-Jährige steht für Ergebnisfußball und hat sich bei all seinen Stationen als Erfolgsgarant erwiesen, auch wenn sein Stil nicht immer dem oft geforderten Spektakel entspricht.

Filipe Luis (40): Aydınlars Trumpf aus Brasilien?

Der ehemalige Weltklasseverteidiger katapultierte sich bei Flamengo Rio de Janeiro in Rekordzeit an die Spitze. Nach Stationen im Jugendbereich übernahm er im September 2024 die Profimannschaft und sammelte in 100 Spielen sagenhafte acht Titel, darunter die Copa Libertadores und die brasilianische Meisterschaft. Seit seinem Abgang am 3. März ist er vereinslos. Er soll eine prominente Rolle auf der Liste von Mehmet Ali Aydınlar spielen.

Sebastian Hoeneß (43): Safis riskanter Vorstoß

Der Trainer des VfB Stuttgart war bereits nach dem Abgang von José Mourinho ein Thema am Bosporus und gilt als eines der größten Trainertalente Deutschlands. Präsidentschaftskandidat Hakan Safi soll das Gespräch mit dem 43-Jährigen gesucht haben. Der Haken: Hoeneß besitzt beim VfB noch einen langfristigen Vertrag bis 2028, was eine Verpflichtung äußerst kostspielig machen würde.

Aykut Kocaman (60): Yıldırıms treuer Schatten der Vergangenheit

Die Vereinslegende, die Fenerbahçe sowohl als Spieler als auch als Trainer prägte, ist der große Name im Lager von Aziz Yıldırım. Kocaman führte den Klub 2011 zur Meisterschaft und stand zuletzt in Yıldırıms letzter Amtszeit 2017/18 an der Seitenlinie. Sollte Yıldırım gewinnen, gilt eine Rückkehr des 60-Jährigen als wahrscheinlich. Kritisch anzumerken ist jedoch Kocaman’s lange Abstinenz vom aktiven Geschäft seit seinem glücklosen Engagement bei Başakşehir und der anschließenden Pause ab Oktober 2021.

Jürgen Klopp (58): Der unerfüllbare „Traum der Fans”

Zum Greifen nah und doch unerreichbar: Laut Informationen soll Mehmet Ali Aydınlar tatsächlich ein Gespräch mit Jürgen Klopp geführt haben. Die Euphorie der Anhänger über den „Wunschtrainer” dürfte jedoch jäh verpuffen. Klopp, der selbst Angebote von Real Madrid ausschlug, gilt als unrealistischer Kandidat. Das Ziel des 58-Jährigen ist klar definiert: Er wartet auf die vakante Position des Bundestrainers.