Bei seiner Ankunft glich es einem Staatsakt, doch danach wurde es still um den Königstransfer. Romelu Lukaku hat seinen ersten Tag als Spieler von Fenerbahçe Istanbul absolviert – abgeschirmt von der Öffentlichkeit und unter einer außergewöhnlichen Auflage der Klubführung. Wie nun bekannt wurde, hat Präsident Aziz Yıldırım persönlich eine große, torbogenartige Willkommenszeremonie für den belgischen Superstar untersagt.
Nach seiner Landung am Sabiha-Gökçen-Flughafen, wo ihn eine euphorische Fangruppe empfing, durchlief der 33-jährige Stürmer zunächst die obligatorischen medizinischen Untersuchungen. Angesichts seiner Verletzungshistorie aus der vergangenen Saison in Neapel galten diese als kritischer Punkt des Transfers. Laut Vereinsangaben bestand der als „Big Rom“ bekannte Angreifer jedoch sämtliche Tests ohne Beanstandungen – ein Erfolg, der auf ein intensives Sonderprogramm mit seinem privaten Physiotherapeuten Bert Driesen während der Sommerpause zurückgeführt wird.
Doch der Weg ins Trainingsgelände geriet kurzzeitig zur Posse. Ein übereifriger Taxifahrer versuchte, die Sicherheitsschranke am Can-Bartu-Trainingszentrum zu passieren, indem er seinen Fahrgast kurzerhand als „Lukakus Manager“ ausgab. Der Schwindel flog jedoch auf und der Fahrer wurde des Geländes verwiesen, während der echte Spielerberater die Anekdote schmunzelnd zur Kenntnis nahm.
Im Inneren der Anlage wurde Lukaku von alten Bekannten empfangen. Milan Skriniar (einst bei Inter Mailand) und N’Golo Kanté (einst beim FC Chelsea) begrüßten den Neuzugang, der umgehend am Mannschaftstraining teilnahm.
Für Aufsehen sorgt unterdessen die medienpolitische Entscheidung der Klubspitze. Wie die niederländische Zeitung HNL berichtet, wird Fenerbahçe auf eine öffentlichkeitswirksame Präsentation des Weltstars im vollbesetzten Stadion verzichten. Aziz Yıldırım habe demnach intern eine klare Direktive ausgegeben. „Keine Sonderbühne für Einzelspieler.“ Das Ziel besteht darin, die Entstehung eines „Starkults“ zu verhindern und den Fokus auf das Kollektiv zu lenken. Diese Linie wurde bereits bei der Verpflichtung von Mason Greenwood im Sommer verfolgt.
Statt Glamour steht für Lukaku nun die direkte Integration auf dem Programm. Der Belgier unterschrieb einen Einjahresvertrag und soll ohne mediales Blitzlichtgewitter in den engen Spielplan der Gelb-Marineblauen eingebunden werden. Die Botschaft aus Istanbul ist deutlich: Hier zählt der Kader, nicht der Name auf dem Trikot.