ISTANBUL – Der Fenerbahçe-Mittelfeldspieler Mert Hakan Yandaş ist im Rahmen der laufenden Ermittlungen zu illegalem Wettbetrug und Spielmanipulation in der türkischen Fußballliga vorläufig aus der Untersuchungshaft entlassen worden.
Yandaş war seit seiner Festnahme am 9. Dezember fast vier Monate in Haft und erschien am 3. April vor Gericht. In seiner Verteidigung bestritt er alle Vorwürfe und erklärte, keine Mitgliedschaft bei Wettplattformen zu haben. Er bezeichnete den Fall als Rufmord: „Würde jemand, der als Top-Steuerzahler bekannt ist, Spiele für ein paar tausend Lira manipulieren? Ich weiß nicht, wie ich Teil dieser Akte geworden bin.“
Die Ermittlungen betreffen angebliche illegale Wettaktivitäten und Spielmanipulationen, wobei frühere Aktivitäten von Yandaş bis ins Jahr 2017 zurückverfolgt wurden. Finanzberichte weisen zudem auf häufige Geldtransfers zwischen Yandaş und dem Mitbeschuldigten Ersen Dikmen hin, von denen ein Teil kurz nach der Überweisung an Wettplattformen geflossen sein soll. Yandaş erklärte, dass diese Transaktionen auf einer langjährigen persönlichen Beziehung zu Dikmen beruhten und er keine Kenntnis darüber hatte, wie das Geld verwendet wurde. Dikmen wurde ebenfalls am 3. April freigelassen.
Die Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen zwischen 4 und 13 Jahren wegen Betrugs und Anreizen zur Spielmanipulation für beide Beteiligten.
Bei der Anhörung erschienen mehrere Spieler als Unterstützer Yandaşs, darunter Kerem Aktürkoğlu, Cenk Tosun und Metehan Baltacı von Galatasaray, der im Zusammenhang mit derselben Untersuchung ebenfalls festgenommen, aber letzte Woche freigelassen worden war. Auch Fenerbahçe-Präsident Sadettin Saran nahm an der Verhandlung teil.