Mit überraschender Deutlichkeit hat Fenerbahçe-Präsident Sadettin Saran seinen Abschied von der Vereinsspitze angekündigt. In einer schriftlichen Erklärung teilte der Klubchef am Dienstag mit, dass er auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung mit Neuwahlen am 6. und 7. Juni nicht erneut für das Amt kandidieren werde. Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Meisterschaftshoffnungen des Traditionsvereins nach einer Niederlage gegen den Erzrivalen Galatasaray auf ein Minimum geschrumpft sind.
In einer Stellungnahme, die ebenso nachdenklich wie stellenweise bitter war und über die sozialen Medien des Klubs verbreitet wurde, signalisierte Saran das Ende seiner im September 2025 angetretenen Amtszeit als Nachfolger von Ali Koç. Der Verzicht auf eine erneute Kandidatur sei eine bewusste Entscheidung, die ihm nicht leichtgefallen sei, schrieb Saran. „Mein sehnlichster Wunsch war es, diese Aufgabe zu erfüllen, indem ich unserer Gemeinde die Freude über eine Meisterschaft schenke. Wir haben alles gegeben, aber heute sind wir nicht da, wo wir sein wollten.“
Der Präsident verband seinen Rückzug mit grundsätzlichen Spitzen gegen eine von persönlichem Ehrgeiz getriebene Amtsführung. „Für diesen Sessel zu kämpfen und dieses Amt zu einer Frage der Besessenheit zu machen, nützt Fenerbahçe nichts“, erklärte Saran. Ebenso wie der Antritt gehöre auch das rechtzeitige Loslassen zur Verantwortung, nicht aus Verbitterung, sondern im Interesse der Zukunft des Vereins. Der Klub dürfe niemals im Schatten einzelner Personen stehen, so der scheidende Präsident.
Besonders scharf fiel seine Mahnung an künftige Amtsinhaber aus: Das Präsidentenamt bei Fenerbahçe sei „kein Bereich, in dem jeder Zweck die Mittel heiligt“, und man steige nicht auf, indem man andere herabziehe. „Das wahre Gewicht dieses Sessels versteht man nicht, wenn man darauf sitzt, sondern erst, wenn man aufsteht.“ Wer dem Verein dienen wolle, müsse manchmal beiseitetreten können, statt zu bleiben. „Denn dieses Wappen trägt niemands persönlichen Ehrgeiz.“