Mit markigen Worten und großen Versprechen hat sich der ehemalige und nun erneut kandidierende Präsident Aziz Yıldırım im Wahlkampf positioniert. Vor Anhängern in Bursa skizzierte der 71-Jährige seine Pläne für die Zukunft des Vereins und kündigte an, dass der Transfer von zwei Mittelstürmern für ihn höchste Priorität habe.
„Unsere Priorität ist es, zwei Stürmer zu verpflichten. Die Arbeit daran läuft, vielleicht geben wir es schon in Kürze bekannt“, erklärte Yıldırım vor Vertretern der Fenerbahçe-Dachverbände aus Bursa und den umliegenden Provinzen. Man arbeite intensiv, müsse jedoch seriös bleiben, da konkrete Zahlen zur Finanzlage und zur Gehaltsobergrenze erst nach Einsicht in die Bücher verfügbar seien. „Wir wissen noch nicht, wie viel Geld wirklich da ist, welche Strafen drohen und wer gehen muss“, dämpfte er allzu große Erwartungen.
Trotz der finanziellen Unwägbarkeiten skizzierte der Präsidentschaftskandidat das Bild eines radikalen sportlichen Umbruchs. Als Blaupause nannte er das Erfolgsmodell der frühen 2000er-Jahre, als ein klarer Superstar wie Alex de Souza, Ariel Ortega oder Nicolas Anelka im Zentrum stand, umgeben von physisch starken und kampfstarken „Edelhelfern“ wie Stephen Appiah. „Wir brauchen Spieler mit dem Wert von Appiah, David oder Nobre, also Top-Spieler, die zwar keine Superstars sein müssen, aber das Rückgrat bilden. Wenn nötig, holen wir auch zwei Hochkaräter“, so Yıldırım. Das erklärte Ziel ist es, die Mannschaft rechtzeitig für die Champions-League-Qualifikation am 21. Juli in Schuss zu bringen.
Jenseits des Rasens kündigte Yıldırım ein monumentales Infrastrukturprojekt an: den Ausbau des Şükrü-Saracoğlu-Stadions. Die Kapazität solle auf 65.000 Plätze erhöht werden. „Die vorläufigen Genehmigungen sind eingeholt, die Vorbereitungen beginnen. Wir werden dieses Projekt sofort anstoßen“, bekräftigte er.
Wirtschaftlich will er den taumelnden Traditionsklub durch neue Sponsoring-Programme und die Rückkehr zu einer strikten, selbsttragenden Finanzpolitik sanieren. Er erinnerte an seine zwanzigjährige Amtszeit, in der er eigenen Angaben zufolge nie über Geldmangel klagte, da die Quellen selbst erschlossen wurden. Zudem soll eine personelle Verjüngungskur erfolgen: Ein Sportbeirat, besetzt mit ehemaligen Profis, soll installiert werden und die neue Führungsriege soll so konstruiert werden, dass sie den Klub mindestens ein Jahrzehnt prägen kann.
Mit Blick auf die jüngsten Enttäuschungen betonte Yıldırım die Notwendigkeit eines Mentalitätswandels. Während man 2024 noch aus Mitgefühl mit den leidenden jungen Fans („Für die Kinder“) gehandelt habe, sei die Kandidatur 2026 von der Erkenntnis geprägt, dass die strukturellen Probleme fortbestehen. „Diesmal ziehen wir uns komplett zurück und stellen ein Management zusammen, das Geschichte schreiben wird”, so der Herausforderer.