Im Wettlauf um den portugiesischen Nationalspieler Rafael Leão drückt Fenerbahçe Istanbul aufs Tempo. Wie aus mehreren übereinstimmenden Medienberichten hervorgeht, steht eine hochrangige Delegation des Vereins kurz vor entscheidenden Gesprächen mit dem AC Mailand und der Spielervertretung. Unterdessen droht Erzrivale Galatasaray, im Poker um den Flügelstürmer aufgrund einer unüberbrückbaren Differenz leer auszugehen.
Wie der italienische Transferexperte Gianluca Di Marzio berichtet, will Fenerbahçe in den kommenden Stunden die exakten finanziellen Rahmenbedingungen eines möglichen Deals ausloten. Im Fokus der Treffen mit der Milan-Führung und dem Berater des 25-Jährigen stehen demnach die Ablösesumme, das Gehaltsgefüge und die gesamten Transaktionskosten. Die „Sarı-lacivertliler” (Gelb-Dunkelblauen) scheinen gewillt zu sein, den Marktwert des Offensivstars zu stemmen, um den Kader entscheidend zu verstärken.
Anders die Situation beim Stadtrivalen Galatasaray: Der Meister wollte einem Bericht zufolge ein Leihmodell nutzen und die dadurch frei werdenden Mittel aus Mauro Icardis kolportiertem 10-Millionen-Euro-Vertrag für Leão einsetzen. Diese Rechnung dürfte jedoch nicht aufgehen. Die AC Mailand hat unmissverständlich signalisiert, dass eine temporäre Abgabe des Linksaußen nicht zur Debatte steht und ausschließlich ein fester Verkauf infrage kommt. Diese Haltung gilt derzeit als unüberwindbare Hürde für Galatasarays Transferplanungen.
Rafael Leão, der variabel auf dem linken Flügel, im Sturmzentrum und als hängende Spitze agieren kann, steht seit 2019 in Mailand unter Vertrag. Damals war er für 49,5 Millionen Euro vom OSC Lille gekommen. In 291 Pflichtspielen für die „Rossoneri” erzielte er 80 Tore und bereitete 65 weitere vor. Für Portugal traf er in 49 Länderspielen sechsmal. Obwohl sein aktueller Marktwert bei 50 Millionen Euro liegt, hatte er 2023 bereits einen Spitzenwert von 90 Millionen Euro erreicht.