Zwischen den beiden türkischen Traditionsklubs Fenerbahçe und Galatasaray bahnt sich erneut ein bemerkenswerter Transfer im Nachwuchsbereich an. Der 17-jährige Angreifer Hakan Çağrı Balta steht laut übereinstimmenden Informationen kurz vor einem Wechsel zum Stadtrivalen.
Der am 15. Mai volljährig werdende Stürmer spielte bislang im Nachwuchs von Galatasaray. Da es zu keiner Einigung über einen neuen Vertrag kam, entschied sich der Spieler laut seinem Umfeld für einen Vereinswechsel. Laut Beobachtern soll er die Trainingsanlagen in Florya bereits verlassen und seine persönlichen Gegenstände abgeholt haben.
Keine Einigung über Perspektive
Auslöser der Entwicklung war demnach die ausbleibende Vertragsverlängerung. In einer Stellungnahme ließ die Familie des Spielers über ihren Rechtsbeistand mitteilen, dass es in den vergangenen Monaten mehrere mündliche Gespräche mit dem Klub gegeben habe. Ein schriftliches Vertragsangebot sei jedoch erst kurzfristig per E-Mail übermittelt worden.
Nach Darstellung der Familie standen finanzielle Forderungen nicht im Vordergrund. Vielmehr habe man sich für den verbleibenden Saisonverlauf Einsatzzeiten in drei Partien im Rahmen der Rotation gewünscht. Eine Garantie für einen Stammplatz habe es nicht gegeben. Da es hierzu keine verbindliche Zusage gegeben habe, sei der Spieler von einer Unterschrift abgerückt.
In der Folge wurde der Nachwuchsspieler nicht mehr für das Training des A-Teams berücksichtigt und bei Spielen – unter anderem gegen Fethiyespor – nicht eingesetzt. Auch im U19-Bereich stand er zeitweise nicht im Kader. Der Klub hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert.
Fenerbahçe bietet Ausbildungsentschädigung
Da Balta bislang lediglich über eine Amateurlizenz verfügt und keinen Profivertrag unterzeichnet hat, können interessierte Vereine nach seinem 18. Geburtstag direkt mit ihm einen Vertrag abschließen. Nach Angaben aus dem Umfeld soll Fenerbahçe Galatasaray eine Ausbildungsentschädigung in Höhe von drei bis vier Millionen Lira anbieten. Zusätzlich ist eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent im Gespräch.
Bereits in der Vergangenheit hat Fenerbahçe im Nachwuchsbereich beim Rivalen zugeschlagen. Ein Wechsel Baltas würde die sportliche Rivalität der beiden Istanbuler Spitzenklubs um eine weitere Facette ergänzen.