Fatih Terim appelliert an türkische Nationalelf: „Niemand sollte aufgeben“

15.06.2026 – 13:00 Uhr

In einer emotionalen Videobotschaft richtete der frühere türkische Nationaltrainer Fatih Terim ein Durchhalte-Manifest an die türkische Nationalmannschaft. Angesichts der prekären Turnierlage appellierte der 70-Jährige eindringlich an das Team, den Glauben an das Weiterkommen nicht zu verlieren. „Niemand sollte sich dem Gedanken hingeben, aufzugeben“, sagte Terim in seinem YouTube-Format.

Der erfahrene Fußballlehrer, der die Türkei unter anderem 2008 sensationell ins EM-Halbfinale geführt hatte, forderte eine fundamentale Neubesinnung. „Können wir uns nicht folgendes Motto setzen: Was sind wir, wer sind wir, was wollen wir, wohin gehen wir, was ist unser Ziel?“, fragte Terim. Er räumte ein, dass sich die Mannschaft die Ausgangslage selbst erschwert habe, betonte aber auch die neue Chance durch das erweiterte Teilnehmerfeld: „In Turnieren zählt jeder Punkt, jedes Tor. Mit einem Tor haben wir eine Gruppe nicht überstanden. Bei 48 Teams haben jetzt auch Dritte eine Chance.“

Terim zog Parallelen zum legendären Turnier von 2008, als die Türkei nach einer 0:2-Auftaktniederlage gegen Portugal noch bis ins Halbfinale gestürmt war. „Dieses Spiel ist vorbei. Alles, was endet, ist der Beginn von etwas Neuem. Wir haben noch zwei Spiele. Es geht darum, den Kampf bis zur letzten Minute aufrechtzuerhalten. Wir befinden uns in einem Turnier, in dem schon ein einziger Sieg weit tragen kann“, erklärte der „Imperator“.

Zum Abschluss seiner Ausführungen schlug Terim nachdenkliche Töne an und kündigte an, in seinem Format künftig vermeintliche Gewissheiten zu dekonstruieren. „Manchmal werde ich über Dinge sprechen, die fälschlicherweise für richtig gehalten werden – da wird mancher ‚Allah Allah‘ sagen. Und manchmal über das, was zu Unrecht als falsch gilt. Auf dieser Plattform wird vieles seinen Platz finden – notfalls mit Namen, notfalls durch die Blume“, so Terim. Seine bildhafte Schlusspointe geriet zur Kampfansage: „Der Mond, die Sonne, die Wahrheit – sie kommen immer ans Licht.“