Fan-Proteste gegen Pérez, Mbappé und Vinícius überschatten Real Madrid-Heimsieg gegen Oviedo

15.05.2026 – 18:00 Uhr

Bei Real Madrid ist der lange schwelende Unmut nun in offene Feindseligkeit umgeschlagen. Beim La-Liga-Heimspiel gegen Real Oviedo am 36. Spieltag haben Teile der Anhängerschaft im Estadio Santiago Bernabéu Präsident Florentino Pérez sowie die Stürmerstars Kylian Mbappé und Vinícius Júnior mit massiven Protesten überzogen. Diese Vorfälle verschärfen die ohnehin bereits angespannte Atmosphäre im Verein in dieser Saison.

Bereits während des Aufwärmprogramms vor dem Anpfiff hallten laute Pfiffe durch das Stadion, sobald die Namen von Mbappé und Vinícius über die Lautsprecher genannt wurden. Die Stimmung verschärfte sich weiter, als Zuschauer im vorderen Tribünenbereich Präsident Pérez in eine mehrminütige, hitzige verbale Auseinandersetzung verwickelten.

Sicherheitskräfte schritten ein, nachdem eine Gruppe von Fans ein Plakat mit der Aufschrift „Florentino, geh jetzt!” entrollte. Das Transparent wurde umgehend konfisziert. Die demonstrative Ablehnung richtete sich damit erstmals in dieser Deutlichkeit gleichzeitig gegen die sportliche Leitung und zwei zentrale Eckpfeiler des Star-Ensembles.

Dass Mbappé die Feindseligkeit der eigenen Anhänger fürchtet, hatte das Fachmedium The Athletic bereits im Wochenverlauf berichtet. Demnach soll der französische Nationalspieler Bedenken geäußert haben, bis zur neuen Saison überhaupt noch im Bernabéu aufzulaufen. Als Gründe galten wiederholte Pfiffe im Saisonverlauf sowie ein zunehmend belastetes Verhältnis zu Teilen des Publikums und der Mannschaft.

Der Empfang gegen Oviedo bestätigte diese Befürchtung. Der Stürmer, der in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, war während der gesamten Partie Ziel anhaltender Proteste. Im Anschluss äußerte er sich bei DAZN betont gelassen: „Ich war bereit, in der Startelf zu stehen, aber der Trainer sagte mir, ich sei der vierte Offensivspieler im Kader. Die Entscheidung des Trainers muss man immer respektieren.“

Die Unmutsbekundungen kommentierte der 25-Jährige mit einem Hinweis auf seine urlaubsbedingte Abwesenheit. Er habe für eine Reise mit seiner Freundin nach Italien die Freigabe des Klubs erhalten. „Ich war nicht der einzige Spieler, der Spanien verlassen hat. Ausgepfiffen zu werden, gehört zum Leben eines so bekannten Fußballers dazu“, sagte Mbappé. Die demonstrative Ruhe des Angreifers steht in scharfem Kontrast zur aufgeheizten Gemengelage beim spanischen Rekordmeister.