Europa-League-Finale in Istanbul: Fanandrang bringt Lob für die Stadt und Beschwerden über Taxifahrer

20.05.2026 – 16:00 Uhr

Es ist eine Mischung aus grenzenloser Begeisterung und bitterem Beigeschmack: Anlässlich des morgigen Europa-League-Finales sind Tausende Anhänger von Aston Villa nach Istanbul gekommen. Sie zeigen sich überwältigt von der pulsierenden Atmosphäre der Stadt. Gleichzeitig erheben Teile der Fanlager jedoch auch schwere Vorwürfe gegen lokale Taxifahrer.

Während sich die deutschen Anhänger des SC Freiburg vornehmlich rund um den Beşiktaş-Platz versammelten, haben die Engländer den Taksim-Platz und das Vergnügungsviertel Beyoğlu zu ihrem Epizentrum gemacht. Britische Reporter und Fans dokumentieren ihre Faszination in den sozialen Netzwerken mit Superlativen: „Incredible city“ (unglaubliche Stadt) lautet der Tenor zu Bildern von der Galata-Brücke und dem Bosporus. Besonders hervorgehoben wird die Vitalität der Stadt, die an einem Sonntagabend um 22:30 Uhr einen starken Kontrast zur sonntäglichen Ruhe in England bildet.

Doch der Jubel über die orientalisch-europäische Metropole wird von massiven Beschwerden getrübt. In Fan-Foren und sozialen Medien kursieren konkrete Betrugsvorwürfe. Besondere Empörung löste der Fall eines englischen Fans aus, der öffentlich machte, für eine kurze Distanz von lediglich 2,3 Kilometern sage und schreibe 3 200 Türkische Lira bezahlt zu haben. Für die identische Rückstrecke per gelbem Taxi habe er dagegen nur 580 Lira entrichten müssen.

Die sportliche Ausgangslage: Zwei Wege, ein Ziel

Abseits der Fan-Kultur treffen am Mittwochabend (22:00 Uhr, Vodafone Park) zwei Mannschaften mit beeindruckenden Bilanzen aufeinander. Der französische Unparteiische François Letexier wird die prestigeträchtige Partie leiten.

Der SC Freiburg erreichte unter Trainer Julian Schuster als Tabellensiebter der Ligaphase (17 Punkte) das Endspiel. Nach einem 5:1-Schützenfest gegen Genk im Achtelfinal-Rückspiel schalteten die Breisgauer Celta Vigo im Viertelfinale klar aus (3:0 und 3:1). Im Halbfinale drehten sie einen 1:2-Rückstand aus dem Hinspiel gegen Braga mit einem 3:1-Heimsieg. Die Freiburger Offensive erzielte in diesem Wettbewerb bislang 25 Treffer, die Defensive kassierte zehn Gegentore.

Aston Villa beendete die Ligaphase auf Rang zwei (21 Punkte). Unai Emerys Team, das in der Gruppenphase Fenerbahçe Istanbul bereits mit 1:0 bezwang, ließ in der K.-o.-Phase kaum Zweifel aufkommen. Lille (1:0/2:0) und Bologna (3:1/4:0) wurden deklassiert. Auch hier stemmte sich das Team nach einem 0:1 im Halbfinal-Hinspiel gegen Nottingham Forest mit einem furiosen 4:0 im Rückspiel ins Finale. Mit 28 erzielten Toren und nur acht Gegentreffern stellen die Briten die offensivstärkste Mannschaft des Turniers.