Muzaffer Şirin, der Anführer der berüchtigten Galatasaray-Ultragruppe „UltrAslan“, ist nach seiner Festnahme am Wochenende unter strenge Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Wie die Justizbehörden am Montag mitteilten, wurde der 44-Jährige unter Hausarrest gestellt und mit einem Ausreiseverbot belegt.
Şirin war am 9. August im Rahmen von Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul festgenommen worden. Nach seiner Vernehmung wurde der Fan-Anführer am 11. August einem Friedensrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft ablehnte und die milderen Maßnahmen anordnete.
Die Vorwürfe gegen den als „Sebahattin Şirin“ bekannten Ultra-Chef wiegen schwer. Die Anklagebehörde wirft ihm unter anderem den Besitz einer nicht lizenzierten Schusswaffe sowie von Munition vor. Zudem soll er durch Äußerungen in den sozialen Medien die Ordnung bei Sportveranstaltungen gestört, das unbefugte Betreten von Stadionbereichen ermöglicht und irreführende Informationen verbreitet haben.
Auslöser der Ermittlungen war offenbar ein offener Brief Şirins an den türkischen Justizminister Akın Gürlek vom 8. August. In dem in den sozialen Medien veröffentlichten Schreiben forderte der Ultra-Anführer den Minister auf, unparteiisch zu bleiben. Ihm seien Gerüchte zugetragen worden, wonach „eine Gruppe innerhalb des Staates“ dafür sorgen wolle, dass der Erzrivale Fenerbahçe in dieser Saison die türkische Meisterschaft gewinnt. In diesem Zusammenhang sei auch der Name von Minister Gürlek gefallen.
Die 2001 gegründete Gruppe „UltrAslan“ gilt als eine der größten und einflussreichsten Fangruppierungen von Galatasaray Istanbul im RAMS Park. Muzaffer Şirin steht der Gruppierung seit 2008 vor.