Im Tauziehen um das Offensivjuwel Can Uzun zeichnet sich bei Eintracht Frankfurt ein radikaler Kurswechsel ab. Nach den jüngsten schmerzhaften Abgängen denken die Verantwortlichen am Main offenbar nicht mehr über einen Verkauf nach, sondern erwägen ein knallhartes Transfer-Veto, wie der „Kicker“ berichtet. Das berichtet der „Kicker“.
Die Ausgangslage ist brisant: Der 20-jährige Edeltechniker, der zu den begehrtesten Spielern seines Alters in Europa zählt, wird vor allem von Galatasaray Istanbul massiv umworben. Der türkische Meister hat laut Medienberichten bereits den Kontakt zur Spielerseite intensiviert. Auch Klubs aus der italienischen Serie A haben ihre Fühler ausgestreckt. Um die Interessenten abzuschrecken, soll Eintracht Frankfurt eine Ablöseforderung von 60 Millionen Euro aufgerufen haben.
Trotz der verpassten internationalen Qualifikation und dem daraus resultierenden Druck, Transfererlöse generieren zu müssen, scheint die sportliche Führung um Vorstand Markus Krösche nun umzudenken. Nach den bereits feststehenden Abgängen von Nathaniel Brown und Rasmus Kristensen will der Verein um jeden Preis verhindern, dass der nächste Leistungsträger das Weite sucht. Krösche selbst gab sich zuletzt betont gelassen: „Momentan gibt es keine Anzeichen, dass er uns verlässt.“
Das geplante Stoppschild für Uzun hat jedoch eine Bedingung. Um die benötigten Millionen zu generieren, müssten andere Talente verkauft werden. Als heiße Kandidaten für einen lukrativen Abgang gelten Farès Chaïbi und Jean-Mattéo Bahoya. Die beiden Offensivspieler könnten gemeinsam eine Summe von über 50 Millionen Euro einbringen und so den finanziellen Spielraum schaffen, um Uzun unbedingt zu halten.
Im internen Machtgefüge der Mannschaft ist der Deutsch-Türke längst unantastbar. Trainer Adi Hütter plant fest mit dem Dribbelkünstler als zentralem Baustein seiner neuen Offensive. Auch innerhalb der Mannschaft genießt Uzun höchste Wertschätzung. Stürmer Jonathan Burkardt adelte ihn kürzlich mit folgenden Worten: „Mit dem Ball ist Can unser bester Dribbler, unser größter Unterschiedsspieler.“ Ein Verkauf des Publikumslieblings käme für die Kabine einer sportlichen Kapitulation gleich.