Der rumänische Trainer Mircea Lucescu ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Der langjährige Fußballtrainer, der auch in der Türkei prägende Spuren hinterließ, erlag den Folgen eines Herzinfarkts, wie aus übereinstimmenden Berichten hervorgeht.
Lucescu stand zuletzt als Nationaltrainer Rumäniens an der Seitenlinie. Noch Ende März hatte er mit seiner Mannschaft im Playoff-Halbfinale zur Weltmeisterschaft gegen die Türkei gespielt. Wenige Tage nach der Partie, die die Türkei mit 1:0 gewann, brach der Trainer während einer Trainingseinheit zusammen und wurde in ein Krankenhaus in Bukarest eingeliefert. Dort erlitt er einen Herzinfarkt.
Mit einer fast fünf Jahrzehnte umspannenden Trainerlaufbahn zählt Lucescu zu den einflussreichsten Persönlichkeiten des osteuropäischen Fußballs. Er begann seine Karriere in den späten 1970er-Jahren, nachdem er zuvor unter anderem für Dinamo Bukarest gespielt und die rumänische Nationalmannschaft als Kapitän bei der Weltmeisterschaft 1970 angeführt hatte.
International machte sich Lucescu insbesondere als Vereinscoach einen Namen. Er arbeitete in Italien unter anderem für Inter Mailand und führte später Schachtar Donezk zu zahlreichen Titeln, darunter auch zum Gewinn des UEFA-Pokals im Jahr 2009.
Auch im türkischen Fußball hinterließ der Rumäne deutliche Spuren. Mit Galatasaray gewann er 2000 den UEFA-Superpokal und 2002 die Meisterschaft. Anschließend wechselte er zu Beşiktaş und führte den Klub im Jubiläumsjahr 2003 ebenfalls zum Titelgewinn. Damit war er der erste Trainer, der in der Türkei in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit unterschiedlichen Vereinen Meister wurde.
Später betreute Lucescu auch die türkische Nationalmannschaft, konnte dort jedoch keine nachhaltigen Erfolge erzielen.
Nach seinem Tod würdigten zahlreiche Vereine und Verbände den Trainer. Galatasaray erinnerte an die gemeinsamen Titelgewinne und erklärte, man werde ihn nicht vergessen. Beşiktaş verabschiedete sich mit den Worten „Elveda Luce” und hob insbesondere die Meisterschaft im 100. Vereinsjahr hervor. Auch die türkische Nationalmannschaft betonte seinen Einfluss auf junge Spieler, denen er frühzeitig Chancen im A-Team gegeben hatte.
Der Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA), Aleksander Čeferin, bezeichnete Lucescu als „außergewöhnliche Persönlichkeit“, deren Einfluss weit über Generationen hinausreichen werde. Der rumänische Verbandschef Răzvan Burleanu sprach von einem „dunklen Tag für den Fußball“ und würdigte Lucescu als Mentor für zahlreiche Spielergenerationen.
Sportjournalisten erinnerten zudem an seine Vielseitigkeit: Lucescu war nicht nur ein erfolgreicher Trainer, sondern hatte bereits als Spieler internationale Erfahrung gesammelt und später als einer der ersten osteuropäischen Coaches große europäische Spitzenklubs übernommen.
Mit insgesamt mehr als 1.600 Spielen als Trainer hinterlässt Mircea Lucescu ein außergewöhnliches sportliches Erbe.