Champions League: Galatasaray gegen Juventus Turin – Historische Heimstärke trifft auf personelle Sorgen

17.02.2026 – 10:00 Uhr

Vor dem Hinspiel der Play-off-Runde im Achtelfinale der UEFA Champions League zwischen Galatasaray Istanbul und Juventus Turin verdichten sich die Schlagzeilen auf beiden Seiten. Während die Italiener mit erheblichen Personalsorgen nach Istanbul reisen, verweisen die Gastgeber auf ihre jahrzehntelange Erfolgsserie gegen Klubs aus der Serie A, insbesondere im eigenen Stadion.

Juventus reist mit großen Ausfällen an

So muss Juventus im Duell mit Galatasaray auf mehrere Leistungsträger verzichten. Die Stürmer Dušan Vlahović und Arkadiusz Milik fallen verletzungsbedingt aus. Auch Verteidiger Emil Holm steht nicht zur Verfügung.

Dadurch ergeben sich für den italienischen Rekordmeister insbesondere im Angriff taktische Herausforderungen. Die sportliche Leitung dürfte gezwungen sein, die Offensivstruktur kurzfristig anzupassen.

Unklar bleibt zudem der Einsatz von Mittelfeldspieler Khéphren Thuram. Der Franzose fehlte zuletzt im Kader; sein Einsatz soll erst am Spieltag nach der abschließenden Trainingseinheit entschieden werden.

Galatasarays Heimserie: Seit 1963 ungeschlagen gegen Italiens Klubs

Sportlich spricht vor allem eine Zahl für die Gastgeber: Galatasaray hat seit dem 23. Januar 1963 kein Heimspiel gegen eine italienische Mannschaft mehr verloren. Damals unterlag der Verein im Europapokal der Landesmeister dem AC Mailand mit 1:3, seitdem folgten zwölf Heimspiele gegen Teams aus Italien mit acht Siegen und vier Unentschieden.

Auch im direkten Vergleich mit Juventus weist Galatasaray eine positive Bilanz auf. In bislang sechs Pflichtspielen gegen die Turiner gab es zwei Siege, drei Unentschieden und nur eine Niederlage aus Sicht der Türken. Neun erzielte Treffer stehen sieben Gegentoren gegenüber.

Juventus bestritt bislang zehn Pflichtspiele gegen türkische Mannschaften. Neben Galatasaray traf der Verein auch auf Fenerbahçe und Trabzonspor. Die Gesamtbilanz lautet: fünf Siege, drei Unentschieden und zwei Niederlagen. Auffällig ist jedoch, dass sämtliche neun Gegentore gegen Teams aus der Türkei im Duell mit Galatasaray fielen.

Okan Buruk warnt – und sendet Transfer-Signal

Im Vorfeld zeigte sich der Galatasaray-Trainer respektvoll gegenüber dem Gegner. Gegenüber der italienischen Sportzeitung La Gazzetta dello Sport erklärte er, Juventus spiele auch in Phasen ohne Sieg überzeugenden Fußball. Besonders die taktische Variabilität unter Trainer Luciano Spalletti mache die Mannschaft schwer ausrechenbar.

Buruk hob zudem die individuelle Qualität einzelner Akteure hervor, darunter das türkische Nachwuchstalent Kenan Yıldız.

Mit Blick auf die eigene Offensive verwies der Coach auf die Optionen im Sturmzentrum. Neben Mauro Icardi steht auch Victor Osimhen zur Verfügung. Beide Angreifer könnten nach Einschätzung Buruks gemeinsam auflaufen.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte eine Personalie abseits des aktuellen Kaders. Auf die Frage nach Hakan Çalhanoğlu, der derzeit bei Inter Mailand unter Vertrag steht, erklärte Buruk, man würde ihn „mit offenen Armen“ empfangen. Der Nationalspieler sei seit Jahren mit dem Klub verbunden und genieße große Sympathien bei den Anhängern.

Erinnerungen an Italien – und eine offene Rechnung

Buruk, der zwischen 2001 und 2004 selbst in der Serie A aktiv war, blickte zudem auf seine Zeit bei Inter zurück. Besonders das dramatische Saisonfinale 2002, als Inter am letzten Spieltag die Meisterschaft an Juventus verlor, sei ihm nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Für den Trainer steht nun jedoch die Gegenwart im Mittelpunkt. Galatasaray möchte die Erfolgsserie im eigenen Stadion fortsetzen und auch international ein Zeichen setzen. Die atmosphärische Kulisse in Istanbul gilt traditionell als Faktor – insbesondere an Abenden der Champions League.

Ob die Statistik oder die personelle Qualität den Ausschlag geben wird, entscheidet sich auf dem Platz. Eines ist klar: Die Ausgangslage verspricht ein Duell mit sportlicher und emotionaler Brisanz.