Champions-League-Eklat in Lissabon: Rassismus-Vorwürfe überschatten Real Madrids Auswärtssieg gegen Benfica

18.02.2026 – 13:00 Uhr

Der 1:0-Auswärtssieg von Real Madrid bei Benfica Lissabon im Achtelfinal-Play-off der Champions League wurde von einem Rassismus-Eklat überschattet. Nach einem Zwischenfall zwischen dem Madrilenen Vinícius Júnior und dem Benfica-Spieler Gianluca Prestianni kam es zu einer Spielunterbrechung sowie hitzigen Wortgefechten und Tumulten, die sich sogar nach dem Abpfiff fortsetzten.

Tor bringt sportlichen Vorteil und Eskalation

Real Madrid sicherte sich durch den Treffer von Vinícius Júnior in der 50. Minute eine gute Ausgangslage für das Rückspiel. Der Brasilianer feierte sein Tor vor den Heimfans, woraufhin Gegenstände aus dem Publikum auf das Spielfeld flogen.

Kurz danach meldete der Stürmer dem Schiedsrichter eine rassistische Geste seines Gegenspielers Prestianni. Der Unparteiische unterbrach die Partie für rund zehn Minuten. Mehrere Spieler beider Teams sammelten sich an der Seitenlinie, die Situation blieb angespannt.

Streit auch in der Kabine

Nach Angaben von Beteiligten setzte sich die Auseinandersetzung im Kabinengang fort. Auch Trainer José Mourinho und Stürmer Kylian Mbappé gerieten verbal aneinander.

Prestianni bestritt später die Vorwürfe. In einer Stellungnahme erklärte er, er habe keine rassistische Beleidigung ausgesprochen und Vinícius habe die Situation missverstanden. Gleichzeitig beklagte er Drohungen durch gegnerische Spieler.

Benfica veröffentlichte zudem Videomaterial und erklärte, aufgrund der Entfernung erscheine es unwahrscheinlich, dass die Real-Spieler die Worte tatsächlich gehört hätten.

Deutliche Worte von Real-Seite

Vinícius Júnior reagierte öffentlich scharf und sprach von wiederkehrenden Erfahrungen mit Rassismus im Fußball. Er kritisierte außerdem das aus seiner Sicht unzureichend umgesetzte Anti-Rassismus-Protokoll.

Mbappé forderte Konsequenzen gegen den Benfica-Spieler und erklärte, dass solche Vorfälle nicht ignoriert werden dürften.

Mourinho betonte hingegen, Benfica sei kein rassistischer Verein, und verwies auf die Vereinsgeschichte sowie frühere Spielerlegenden. Zugleich äußerte er Verständnis für die Emotionen auf dem Platz.

UEFA prüft Disziplinarverfahren

Die Europäische Fußball-Union teilte mit, dass die offiziellen Spielberichte ausgewertet würden. Sollte sich der Vorfall bestätigen, könne ein Disziplinarverfahren eingeleitet werden.