Çalhanoğlu mit zwei Toren und einer Vorlage: Inter Mailand ringt Como im Pokal-Halbfinale nieder

22.04.2026 – 13:00 Uhr

Ein 0:2-Rückstand, eine brodelnde Giuseppe-Meazza-Arena und ein Mann, der das Unmögliche möglich machte: Hakan Çalhanoğlu hat Inter Mailand am Dienstagabend mit einer beispiellosen Einzelleistung vor dem Aus in der Coppa Italia bewahrt und sein Team nach einem 3:2 (0:1) gegen Como 1907 ins Endspiel katapultiert.

Mailand. Es war eine Partie, die für den amtierenden Meister lange Zeit wie ein sportliches Debakel aussah. Nach einem torlosen Remis im Hinspiel erwischte der Außenseiter aus Como im San Siro den deutlich besseren Start. Während die Mailänder Hintermannschaft in den ersten 50 Minuten wacklig und ideenlos agierte, nutzte der Tabellenvierzehnte der Serie A seine Chancen eiskalt aus. Zunächst brachte Martin Baturina die Gäste in der 32. Minute nach einem schnellen Konter mit 1:0 in Führung. Der Schock saß tief, doch es sollte für Inter noch schlimmer kommen: Kurz nach Wiederanpfiff erhöhte Lucas Da Cunha in der 48. Minute auf 2:0 für Como und stellte damit vorerst die Weichen auf Sensation.

Angesichts des drohenden K. o. in einem Heimspiel, das mancher Tifoso bereits als Farce bezeichnete, war es der türkische Nationalspieler Hakan Çalhanoğlu, der in der Folge das Heft in die Hand nahm und eine furiose Wende einleitete. Der 31-jährige Mittelfeldstratege avancierte binnen 20 Minuten vom Taktgeber zum Alleinunterhalter. In der 69. Minute zirkelte er einen Freistoß aus gut 20 Metern unhaltbar für Como-Keeper Butez zum 1:2-Anschlusstreffer ins rechte Eck und gab der völlig verunsicherten Mannschaft von Trainer Simone Inzaghi damit neuen Auftrieb.

Doch Çalhanoğlu hatte seinen Auftritt noch nicht beendet. In der 86. Minute war es erneut der Kapitän der türkischen Nationalmannschaft, der nach einem Abpraller im Strafraum die Ruhe bewahrte und den Ball zum vielumjubelten 2:2-Ausgleich im Tor versenkte. Die Arena, die zuvor vor Entsetzen erstarrt war, glich nun einem Hexenkessel. Als sich beide Teams bereits mental auf eine mögliche Verlängerung einzustellen schienen, setzte Çalhanoğlu in der 89. Minute den Schlusspunkt eines denkwürdigen Comebacks – diesmal in der Rolle des Vorbereiters. Mit einem präzisen Steckpass in die Schnittstelle der Como-Abwehr bediente er den eingewechselten Petar Sucic, der den Ball aus kurzer Distanz zum 3:2-Endstand über die Linie drückte.

Mit zwei Treffern und einer Vorlage entschied Çalhanoğlu die Halbfinalpartie im Alleingang für sich und sorgte für den Einzug Inter Mailands in das Endspiel der Coppa Italia. Die Nerazzurri warten dort auf den Sieger der zweiten Halbfinalpaarung zwischen Lazio Rom und Atalanta Bergamo. Für den Klub von der Comer See endet eine mutige Pokalreise hingegen mit einer bitteren Niederlage in der Nachspielzeit, obwohl sie zwischenzeitlich deutlich in Führung lagen.