Der spektakuläre Wechsel von Torhüter Alexander Nübel zu Beşiktaş Istanbul hat eine brisante Vorgeschichte. Wie das Magazin Focus berichtet, war das zerrüttete Verhältnis zu Bayern-Ikone Manuel Neuer der entscheidende Auslöser für den überraschenden Transfer des 33-Jährigen in die Süper Lig.
Einst galt Nübel, der vor sechs Jahren vom FC Schalke 04 zum FC Bayern München wechselte, als designierter Nachfolger von Neuer. In München konnte er sich jedoch nie durchsetzen. Lediglich vier Pflichtspiele absolvierte er für den Rekordmeister; die meiste Zeit verbrachte er auf Leihbasis in Monaco und zuletzt beim VfB Stuttgart.
Trotz einer starken Saison in Stuttgart und einer vorzeitigen Vertragsverlängerung beim FC Bayern bis 2030 blieb die persönliche Kluft zu Neuer unüberbrückbar. Der endgültige Bruch, so Focus-Journalist Johannes Mittermeier, ereignete sich im Zuge der Weltmeisterschaft 2026: Neuer soll darauf bestanden haben, dass Nübel nicht dem WM-Kader der deutschen Nationalmannschaft angehört. Der Streit eskalierte derart, dass der damalige Torwarttrainer offenbar kurz vor dem Rücktritt stand. Um den Konflikt zu entschärfen, wurde schließlich Jonas Urbik als vierter Torhüter nominiert – ein Zugeständnis an Neuer. Für Nübel war dies das Signal, den Verein fluchtartig zu verlassen und das Angebot von Beşiktaş anzunehmen.
Die Istanbuler hatten zuvor einen radikalen Umbruch auf der Torhüterposition vollzogen und sich nach 13 Jahren von Eigengewächs Ersin Destanoğlu getrennt. Neben Nübel verpflichtete der Klub auch den türkischen Nationaltorhüter Doğan Alemdar.
Nübel selbst äußerte sich bereits voller Tatendrang zu seinem Neuanfang am Bosporus. „Ich möchte bei Beşiktaş eine schöne Geschichte schreiben. Ich bin bereit, für diesen großen Klub zu spielen“, sagte er auf dem vereinseigenen YouTube-Kanal. Er beschrieb sich außerdem als „ruhigen Torhüter, der sich auf das Halten von Bällen und den Spielaufbau konzentriert.“