Der türkische Traditionsklub Beşiktaş Istanbul hat die Aufnahme offizieller Verhandlungen mit dem italienischen Fußballtrainer Vincenzo Italiano bestätigt. Die Pflichtmitteilung an die türkische Börsenaufsicht (KAP) erfolgte am heutigen Tag und gibt der seit Wochen andauernden Suche nach einem neuen Cheftrainer nun einen formalen Rahmen. In der knappen Erklärung des börsennotierten Vereins hieß es wörtlich: „Unser Unternehmen hat Verhandlungen mit Vincenzo Italiano für den Posten des Cheftrainers der Fußball-A-Mannschaft aufgenommen.“
Bereits im Vorfeld der offiziellen Bestätigung kursierten in italienischen Medien konkrete Zahlen zu den Vertragskonditionen. Demnach soll der 48-Jährige für sich und seinen Trainerstab ein lukratives Angebot mit einem jährlichen Gesamtvolumen von rund 8,5 Millionen Euro erhalten haben. Angestrebt wird ein Engagement über zwei Jahre.
Italiano bringt reichlich Erfahrung aus der Serie A mit und hat in der vergangenen Saison seinen ersten großen Titel gewonnen. Mit dem FC Bologna gewann der Trainer in der Saison 2024/25 die Coppa Italia. In 107 Pflichtspielen an der Seitenlinie des FC Bologna erreichte er einen soliden Punkteschnitt von 1,59 pro Partie. Zuvor hatte sich der Italiener vor allem als Trainer des AC Florenz einen Namen gemacht: Mit der Fiorentina zog er zweimal in Folge ins Endspiel der UEFA Europa Conference League ein, verließ den Platz jedoch beide Male als unterlegener Finalist. In 162 Partien mit dem Klub aus der Toskana stand ein noch etwas höherer Punkteschnitt von 1,67 zu Buche.
Seine Trainerlaufbahn begann der Besitzer der UEFA-Pro-Lizenz in den unteren italienischen Spielklassen. Mit Trapani feierte er die Meisterschaft in den Play-offs der Serie C und den damit verbundenen Aufstieg in die Serie B, dieses Kunststück wiederholte er später mit Spezia Calcio, als er den Klub sensationell in die höchste italienische Spielklasse führte. Italiano gilt als Verfechter eines offensiv ausgerichteten Spielstils und bevorzugt dabei taktisch meist ein 4-2-3-1-System. Mit der erwarteten Verpflichtung setzt die türkische Spitzenmannschaft auf einen akribischen Arbeiter, der nun seine erste Station außerhalb Italiens antreten soll.