Beleidigungen gegen türkischen Coach: EuroLeague bestraft israelischen Klub nur milde

01.02.2026 – 10:00 Uhr

Die EuroLeague hat den israelischen Spitzenklub Maccabi Tel Aviv mit einer Geldstrafe von 12.000 Euro belegt. Anlass waren beleidigende und herabwürdigende Fan-Gesänge gegen Ergin Ataman, den türkischen Cheftrainer von Panathinaikos Athen, während des Spiels am 22. Januar in Tel Aviv. Die Sanktion gilt vielen Beobachtern als auffallend milde.

Die Partie des 24. Spieltags, ausgetragen in der Menora Mivtachim Arena, endete mit einem knappen 75:71-Sieg für die Gastgeber. Doch sportlich geriet das Spiel schnell in den Hintergrund.

Bereits vor dem Tip-off versammelten sich rund 300 Maccabi-Anhänger vor dem Halleneingang und skandierten Schmähungen und Beleidigungen gegen Ataman, der neben seiner Tätigkeit bei Panathinaikos auch Nationaltrainer der Türkei ist. Während der Begegnung setzten sich die Gesänge fort und dauerten sogar nach Spielende an, als Ataman den Weg in die Kabine antrat.

In einer offiziellen Mitteilung erklärte die EuroLeague, die Strafe sei „gemäß den Disziplinarbestimmungen wegen beleidigender Gesänge der Zuschauer“ verhängt worden. Weitere Maßnahmen wie Zuschauerteilausschlüsse, Punktabzüge oder Spielsperren blieben jedoch aus.

Ataman selbst äußerte sich nach der Partie deutlich. Zwar lobte er die Leistung seiner Mannschaft, verurteilte jedoch das Verhalten der Fans scharf:
„Wir haben hart gekämpft und hatten viele Chancen, das Spiel zu gewinnen – das ist der sportliche Teil. Aber was außerhalb des Spiels passiert ist, hat nichts mit Basketball zu tun. Wenn Tausende Menschen 40 Minuten lang vor der Kabine stehen und mich beleidigen, dann ist das kein Sport.“

Der Vorfall hat die Debatte über Fanverhalten im europäischen Basketball erneut entfacht. Bereits in der Vergangenheit hatten Fangruppen in Spanien, Italien und Griechenland gegen die Teilnahme israelischer Teams an der EuroLeague protestiert und auf ähnliche Vorfälle verwiesen.

Vor diesem Hintergrund wird die verhängte Geldstrafe von vielen als zu lasch empfunden – insbesondere angesichts der Dauer und Intensität der Beleidigungen.

Zudem reiht sich der Vorfall in eine Serie früherer Auseinandersetzungen ein: Ataman war im vergangenen Juni aus einem Play-off-Spiel verwiesen worden, nachdem er auf anti-türkische Gesänge reagiert hatte. Im September 2024 stürmte er bei einem Freundschaftsspiel das Spielfeld, um gegen ein politisches Banner gegen Nordzypern zu protestieren.