Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl bei Fenerbahçe Istanbul hat der Herausforderer Aziz Yıldırım mit konkreten Transferankündigungen und prominenten Namen für Aufsehen gesorgt. In einem Interview mit TRT Spor skizzierte der ehemalige Klubchef seine Pläne für den Kader, die Trainerfrage und das Stadion und gab dabei tiefe Einblicke in seine Personalplanungen.
Doppelpack für den Sturm und Reise nach London
Yıldırım zufolge ist die Verpflichtung von zwei ausländischen Mittelstürmern bereits weit fortgeschritten. „Wir haben uns mit beiden geeinigt. Die letzten Gespräche werde ich führen. Wenn nötig, nenne ich noch vor der Wahl ihre Namen“, erklärte der 71-Jährige und kündigte für den Folgetag eine Reise nach London zu abschließenden Verhandlungen an. Die beiden Angreifer seien „stark, durchsetzungsfähig und in ihren Vereinen erfolgreich“. Als zusätzliche Optionen nannte Yıldırım den vereinseigenen Stürmer Cherif Ndiaye sowie die mögliche Verpflichtung eines türkischen Angreifers. Insgesamt seien im Sommer sechs bis sieben Transfers nötig, darunter ein Rechtsverteidiger, ein Linksverteidiger und Verstärkungen für die Innenverteidigung. Im Mittelfeld könne nur bei Abgängen nachgelegt werden.
Sörloth im Gespräch – Salah mit horrendem Gehaltspaket
Yıldırım bezog auch zu den kursierenden Gerüchten um Alexander Sörloth und Mohamed Salah Stellung. Mit dem Norweger Sörloth habe es Kontakt gegeben, jedoch ohne konkretes Ergebnis. Bei Superstar Salah winkte der Kandidat hingegen ab: „Wir haben nicht mit ihm verhandelt, aber wir wissen, dass er ein Gehalt von 20 Millionen Euro verlangt. Mit Steuern und Beraterhonorar sind das 30 Millionen Euro. Bei einem Vertrag über zwei oder drei Jahre wären das 90 Millionen Euro. Wenn es der absolute Notfall für Fenerbahçe wäre, würden wir es tun. Aber solche Nachrichten treiben nur den Preis hoch.“ Zudem verteidigte Yıldırım den hochdotierten Torhüter Ederson gegen Kritik und nahm ihn in Schutz: „Er ist ein guter Torwart. Dass wir ein hohes Gehalt zahlen, ist nicht sein Fehler, sondern unsere Verantwortung.“
Trainerfrage offen – Mourinho als warnendes Beispiel
In der Trainerfrage hält sich Yıldırım bedeckt, schloss aber eine spektakuläre Rückkehr nicht aus. Er nannte den früheren Erfolgstrainer Aykut Kocaman als möglichen Kandidaten, betonte jedoch: „Er könnte einer von ihnen sein, aber ich sage nicht, dass er es ist. Ich kann vor der Wahl niemandem etwas versprechen, was hinterher vom Wahlsieger anders entschieden wird.“ Einen Kontakt zu Jorge Jesus verneinte er ausdrücklich. Mit Blick auf den aktuellen Coach José Mourinho merkte Yıldırım kritisch an, dass die Kommunikation mit einem großen ausländischen Namen schwierig sein könne: „Ich könnte unsere Situation vielleicht nicht richtig erklären und die Chance verlieren, Fehler anzusprechen. Bei uns wäre das anders gelaufen.“
Stadionausbau für 50 Millionen Dollar
Yıldırım gab auch ein infrastrukturelles Versprechen ab. Ein Team um den früheren Verbandschef Nihat Özdemir hat demnach Pläne erarbeitet, um das Şükrü-Saraçoğlu-Stadion für 50 Millionen Dollar von derzeit 47.000 auf 64.000 Plätze zu erweitern. Die entsprechenden Genehmigungen sollen unmittelbar nach einem Wahlsieg eingeholt werden. „Die Kräne würden nur drei Wochen lang auf dem Spielfeld stehen. Alle weiteren Arbeiten werden von außen erledigt“, so Yıldırım.