Auftaktsieg für Co-Gastgeber Mexiko: 2:0 gegen Südafrika bei WM 2026

12.06.2026 – 11:00 Uhr

Die größte Fußball-WM aller Zeiten ist mit einem denkwürdigen Auftakt eröffnet worden. Vor 80.000 Zuschauern im Azteken-Stadion besiegte Gastgeber Mexiko Südafrika mit 2:0 – doch das Ergebnis trügt. Was die Zuschauer sahen, waren drei Platzverweise, krampfende Stars und eine explosive Mischung aus Fußballfest und Straßenschlacht.

Julian Quiñones schrieb nach neun Minuten Geschichte: Sein Tor war der erste Treffer des Turniers, das von den USA, Kanada und Mexiko gemeinsam ausgerichtet wird. Raúl Jiménez (35) erhöhte per Kopf auf 2:0 und bescherte dem Azteken-Stadion einen Eintrag ins Rekordbuch – erstmals gastierte ein Stadion bei drei Weltmeisterschaften.

Doch das Spiel geriet zur Zerreißprobe für die Schiedsrichter. Südafrikas Sphephelo Sithole sah wegen Vereitelung einer Torchance die rote Karte, sein Teamkollege Themba Zwane nach einer Tätlichkeit. Mexikos César Montes musste ebenfalls spät vom Platz gehen. Drei Rote Karten – ein WM-Auftakt der Extreme.

„Natürlich zittern einem die Beine“, gestand Mexikos Trainer Javier Aguirre. „Seit 25 Jahren hatten meine Spieler keine Krämpfe mehr – heute hatten drei davon. Der Anblick des Stadions hat uns ehrfürchtig gemacht. Aber gelitten haben wir nicht.“

Proteste und Polizeieinsatz überschatten Feierlaune

Während im Stadion die Eröffnungsfeier mit Shakira, Burna Boy („Dai Dai“) und Andrea Bocelli über die Bühne ging, eskalierte die Lage vor den Toren. Lehrer, Angehörige von Verschwundenen und Studentenaktivisten protestierten. Unmittelbar nach der Führung durch Mexiko durchbrachen einige Randalierer die Absperrungen und lieferten sich Schlägereien mit der Polizei.

Südkorea feiert Last-Minute-Sieg

Im zweiten Spiel des Tages bezwang Südkorea Tschechien in Guadalajara mit 2:1, wobei der eingewechselte Oh Hyeon-gyu in der 80. Minute den Siegtreffer erzielte. Am 18. Juni treffen nun Mexiko und Südkorea aufeinander, Tschechien spielt zeitgleich gegen Südafrika in Atlanta.

Die WM startet unter schlechten Vorzeichen. Die FIFA steht wegen Ticketpreisen von bis zu 30.000 Dollar massiv in der Kritik. Präsident Gianni Infantino verteidigte die Kosten mit den Worten: „Unser Durchschnittspreis von unter 500 Dollar ist der niedrigste im US-Sport.“

Zudem erschwert die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump die Austragung des Turniers. So wurde einem Top-Schiedsrichter, iranischen Teamfunktionären und Fans die Einreise verweigert. Der somalische Schiedsrichter Omar Artan, dem die US-Behörden Verbindungen zu Terrorverdächtigen vorwerfen, darf im August das Finale des europäischen Supercups pfeifen.

Das kongolesische Team, das aus einem von Ebola betroffenen Gebiet anreiste, durfte nach einer 21-tägigen Quarantäne einreisen. Die Spieler des Iran trafen vier Tage nach ihrer Ankunft erstmals auf dem Trainingsplatz ein.

„Ich weiß nicht, wer sonst dafür gesorgt hätte, dass der Iran unter diesen Umständen antreten kann”, sagte Infantino selbstbewusst. Die größte WM der Geschichte wurde mit Toren, Tumulten und Tränengas eröffnet.