Der frühere Nationaltrainer der türkischen Fußballnationalmannschaft, Sepp Piontek, ist im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Dies teilte der türkische Fußballverband mit.
Der Deutsche betreute die Auswahl der Türkei von 1990 bis 1993 und habe laut dem Verband maßgeblich dazu beigetragen, den Grundstein für die spätere internationale Entwicklung der Mannschaft zu legen. Die Türkiye Futbol Federasyonu sprach von „großen Verdiensten auf dem Weg zum Aufstieg auf die internationale Fußballbühne“ und übermittelte zugleich Beileidsbekundungen an die Familie und Angehörigen sowie an den Deutschen Fußball-Bund und den Dänischen Fußballverband.
Auch Pionteks früherer Assistent Fatih Terim äußerte sich in den sozialen Medien betroffen. Er bezeichnete den Deutschen als einen der wichtigsten Wegbereiter des türkischen Fußballs und als prägende Persönlichkeit seines eigenen Lebens. Piontek sei „ein Meilenstein, dem der Fußball des Landes dauerhaft Dank schulde“.
Während seiner Amtszeit stand Piontek in 27 Länderspielen an der Seitenlinie, die Bilanz lautete dabei vier Siege, acht Unentschieden und 15 Niederlagen. Nach seinem Engagement bei der Nationalmannschaft arbeitete er zudem zeitweise beim Verein Bursaspor.
Trotz seiner überschaubaren sportlichen Ergebnisse galt Piontek in der Türkei als wichtiger Impulsgeber für strukturelle Veränderungen und professionellere Trainingsarbeit – Entwicklungen, die später zu erfolgreichen Generationen der Auswahl beitrugen.