Acun Ilıcalı: „Hull City würde ich selbst für eine Milliarde Dollar nicht verkaufen“

04.09.2026 – 6:35 Uhr

ISTANBUL – Der türkische Unternehmer und Präsident des englischen Fußballklubs Hull City, Acun Ilıcalı, schließt einen Verkauf des Vereins auch bei einem Angebot in Höhe von einer Milliarde US-Dollar aus. Die emotionale Verbindung zum Klub sei für ihn nicht mit Geld aufzuwiegen, sagte der frühere Funktionär von Fenerbahçe in einem Interview im YouTube-Kanal des Journalisten Fatih Altaylı.

Auf die Frage, ob er Hull City bei einem entsprechend hohen Angebot verkaufen würde, erklärte Ilıcalı, selbst eine Milliarde Dollar würde seine Entscheidung nicht ändern.

„Auch wenn sie viel Geld bieten, würde ich nicht verkaufen. Wenn die Tribüne aufsteht und ‚We love you Acun‘ ruft, hat das keinen Preis“, sagte Ilıcalı.

Auch die Unterstützung türkischer Fans bei Spielen des Vereins sei für ihn unbezahlbar. „Tausende Menschen mit türkischen Fahnen in Wembley kann ich nicht mit Geld messen“, sagte der Klubbesitzer.

Eine Milliarde Dollar würde sein Leben nach eigener Einschätzung kaum verändern. „Wenn man mir eine Milliarde Dollar gibt, wird sich in meinem Leben nichts ändern. Ich werde weiterhin dasselbe Boot nehmen und weiterhin Flip-Flops und Shorts tragen“, sagte Ilıcalı.

Sein Boot könne höchstens noch etwas größer werden, scherzte der Unternehmer. Er habe dort bereits einen Platz für Fußballtennis einrichten lassen. „Ich habe nicht das Bedürfnis, noch mehr zu erleben. Deshalb werde ich den Klub nicht für Geld verkaufen“, sagte er.

Streit um Loge von Aziz Yıldırım

In dem Interview äußerte sich Ilıcalı auch zum Streit mit Fenerbahçe-Präsident Aziz Yıldırım. Hintergrund ist die Kündigung beziehungsweise Aufhebung von Ilıcalıs Logenvertrag beim Istanbuler Klub.

Ilıcalı erklärte, er habe die Angelegenheit vor Gericht gebracht. Das Gericht habe bereits nach kurzer Zeit zu seinen Gunsten entschieden. „Das sind natürlich traurige Dinge. Ich habe Klage eingereicht. Das Gericht hat innerhalb von 15 bis 20 Tagen entschieden: So etwas kann nicht sein, die Loge muss zur Verfügung gestellt werden“, sagte er.

Zugleich kritisierte Ilıcalı das Vorgehen von Yıldırım. „Herr Aziz verhält sich auf eine Art, die ihm nicht gerecht wird. Es ist überhaupt nicht schön, dass er sich so verhält“, sagte der Unternehmer.

Für ihn stehe der sportliche Erfolg Fenerbahçes über persönlichen Auseinandersetzungen. „Ich hoffe, dass sich der Präsident beruhigt und sich auf die Mannschaft konzentriert. Dann können auch wir Erfolg haben“, sagte Ilıcalı.