650. Länderspiel und der Traum von 2002: Türkei testet gegen Nordmazedonien – Montella mit klarer WM-Ansage

01.06.2026 – 10:00 Uhr

24 Jahre nach dem historischen Einzug ins Halbfinale steht die türkische Nationalmannschaft vor ihrer Rückkehr auf die größte Bühne des Fußballs. Im Rahmen der Vorbereitung auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 bestreitet sie an diesem Abend ein Testspiel gegen Nordmazedonien. Anpfiff im Şükrü-Saracoğlu-Stadion ist um 19:30 Uhr MESZ. Es ist ein besonderer Abend: Für die „Ay-Yıldızlılar” ist es das 650. Länderspiel ihrer 103-jährigen Geschichte.

Vor der Partie bezogen Nationaltrainer Vincenzo Montella sowie die Spieler Ozan Kabak und Deniz Gül im Trainingslager in Riva Stellung. Montella, der die Mannschaft auf eine „ausgewogene” Gruppe mit Australien, Paraguay und den USA vorbereitet, zeigte sich ambitioniert. „Ich bin ein Träumer. Ich habe große Ziele, das liegt in meiner DNA”, sagte der Italiener. „Unser Ziel ist es, die Gruppe bestmöglich zu überstehen und dann Schritt für Schritt weiterzukommen.”

Suche nach dem Rhythmus und Personelles

Die Wahl des Testspielgegners ist taktisch begründet. „Wir haben uns für Nordmazedonien entschieden, weil es einen ähnlichen Fußball spielt wie unser WM-Gruppengegner Australien“, erklärte Montella. Venezuela, der zweite Testspielgegner am 7. Juni in Florida, diene als Gradmesser für eine südamerikanische Spielkultur. Für die Partie gegen Nordmazedonien kündigte der Trainer Rotation an: „Wir werden verschiedene Spieler auf dem Platz sehen.“

Allerdings bleibt die Personalsituation angespannt. Montella berichtete von kleineren Blessuren: Kerem Aktürkoğlu sei zwar nach einem Schreckmoment ins Training zurückgekehrt, man wolle aber kein Risiko eingehen. Mustafa Eskihellaç laboriert ebenfalls an einer Verletzung, während der Fitnesszustand von Ferdi Kadıoğlu weiterhin beobachtet wird. Gleichzeitig zeigte sich der Coach zufrieden mit der Form von Arda Güler und Kenan Yıldız, dämpfte aber die Erwartungen an den finalen Turnierkader: „Leider müssen wir einige Entscheidungen treffen. Es wird ein schwerer Tag für mich.“

Geschichte und große Ambitionen

Die Statistik unterstreicht die historische Dimension des Abends. Seit dem ersten Länderspiel im Jahr 1923 bestritt die Türkei 649 Partien (257 Siege, 151 Unentschieden, 241 Niederlagen). Gegen Nordmazedonien geht es in der neunten Begegnung darum, die positive Bilanz auszubauen (bisher fünf türkische Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage). Geleitet wird das Spiel vom spanischen Schiedsrichter José Luis Munuera.

Die Sehnsucht nach einem neuen Sommermärchen ist greifbar. Innenverteidiger Ozan Kabak, der sich nach einer schweren Verletzung zurückgekämpft hat, sprach von der emotionalen Bedeutung der Endrunde. „Wir sind alle sehr aufgeregt. Nach 24 Jahren sind wir endlich wieder bei einer WM dabei. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich“, so Kabak. Die Generation um Hasan Şaş und Hakan Şükür, die 2002 den dritten Platz erreichte, dient als Vorbild. „Diese Mannschaft ist unsere Inspiration. Wir wollen nun unsere eigenen Spuren hinterlassen und unsere eigene Geschichte schreiben.“

Auch der junge Stürmer Deniz Gül zeigte sich kämpferisch. „Ich habe sehr große Träume und glaube fest daran, dass wir sie gemeinsam erreichen können“, sagte er. „Hoffentlich können wir dasselbe erreichen wie das Team von 2002 – oder sogar noch besser sein.“