20-jährige Elif Sude Akgül erstmals Europameisterin im Taekwondo – Nafia Kuş Aydın mit Rekord-Bronze

15.05.2026 – 16:00 Uhr

Mit einem Paukenschlag stürmte die 20-jährige Elif Sude Akgül an die Spitze des europäischen Taekwondo. Am Abschlusstag der Europameisterschaften 2026 in Deutschland sicherte sich die Nachwuchshoffnung sensationell die Goldmedaille in der Klasse bis 49 Kilogramm. Im Finale bezwang sie die Serbin Andrea Bokan in einem hochdramatischen Kampf mit 2:1 und feierte damit ihren ersten großen Titel im Erwachsenenbereich.

Akgül, die im vergangenen Jahr bereits Vize-Weltmeisterin geworden war, zeigte durchweg starke Leistungen. Auf dem Weg dorthin schaltete sie nacheinander Matilde Ferreira aus Portugal, Naiara Linan Pardo aus Andorra und im Halbfinale die spanische Topfavoritin Adriana Cerezo Iglesias aus. Dieser Triumph markiert den kometenhaften Aufstieg einer Athletin, die nun endgültig zur Weltspitze zählt.

Für einen weiteren emotionalen Höhepunkt aus türkischer Sicht sorgte parallel die erfahrene Nafia Kuş Aydın. In der Klasse über 73 Kilogramm sicherte sie sich die Bronzemedaille und schrieb damit Sportgeschichte. Nach einem Sieg gegen die Portugiesin Maria Francisca Moniz und die Französin Solène Avoulet verlor sie das Halbfinale knapp mit 1:2 gegen die von den Fans unterstützte Lokalmatadorin Lorena Brandl. Mit dieser fünften EM-Plakette – sie besaß bereits je einen kompletten Satz aus Gold, Silber und Bronze – zementierte Kuş Aydın ihren Legendenstatus.

Für die Männer verlief der letzte Wettkampftag weniger erfolgreich. Sowohl Kaan Yelaldı (54 kg) als auch Ferhat Can Kavurat (74 kg) gingen leer aus und mussten die Medaillenvergabe ohne türkische Beteiligung verfolgen.

Die türkische Nationalmannschaft beendet die kontinentalen Titelkämpfe jedoch mit einer starken Gesamtbilanz von acht Medaillen. Insgesamt erkämpfte das Team dreimal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze. Die weiteren Goldmedaillen gingen an Merve Dinçel Kavurat (Klasse bis 53 kg) und Berkay Erer (Klasse bis 68 kg). Silber gewannen Emine Göğebakan (Klasse bis 46 kg) und Sude Yaren Uzunçavdar (Klasse bis 73 kg). Bronze sicherten sich Nafia Kuş Aydın, Hatice Kübra İlgün (Klasse bis 57 kg) und Enes Kaplan (Klasse bis 58 kg).