Im Rahmen einer umfangreichen Ermittlungsserie gegen ein mutmaßliches Netzwerk aus Drogenhandel und organisierter Prostitution hat der ehemalige Galatasaray-Spieler Ümit Karan offenbar seine Kooperationsbereitschaft mit den Strafverfolgungsbehörden signalisiert. Wie aus Justizkreisen bekannt wurde, hat der 48-Jährige bei der Staatsanwaltschaft einen Antrag eingereicht, in dem er ankündigt, umfassend aussagen zu wollen.
Karan war am 14. Januar am Istanbuler Flughafen Sabiha Gökçen festgenommen worden, als er versuchte, das Land zu verlassen. Kurz darauf ordnete ein Gericht Untersuchungshaft an. Die Ermittler werfen ihm unter anderem Beteiligung am Drogenhandel, Beihilfe zum Drogenkonsum sowie Förderung von Prostitution vor.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden im Zuge der Ermittlungen bislang 88 Verdächtige festgenommen. Rund ein Drittel von ihnen soll inzwischen beantragt haben, als Kronzeugen auszusagen. Zuletzt richteten sich die Maßnahmen gegen eine Gruppe von 23 Personen, darunter neben Karan auch eine bekannte DJane und ein Social-Media-Influencer.
Im Zuge der Ermittlungen wurden bei den Beschuldigten Haar-, Blut- und Urinproben entnommen. Bei Karan ergaben die toxikologischen Untersuchungen Hinweise auf Drogenkonsum. Gemeinsam mit ihm wurden weitere mutmaßliche Lieferanten festgenommen und in Haft genommen.
Belastend ist zudem die Aussage einer jungen Frau, die angibt, den früheren Fußballprofi vor mehreren Monaten kennengelernt zu haben. In ihrer Vernehmung erklärte sie, Karan habe ihr wiederholt Kokain überlassen. Eine finanzielle Gegenleistung habe es demnach nicht gegeben. Später äußerte sie Reue über die Begegnungen.
Karan selbst hatte die Vorwürfe zunächst zurückgewiesen. In einer frühen Vernehmung räumte er lediglich ein, in der Vergangenheit im Ausland eine unbekannte Substanz konsumiert zu haben. Die Weitergabe von Drogen an andere bestritt er.
Nach Erkenntnissen der Ermittler entschloss sich Karan zur Flucht, nachdem bekannt geworden war, dass mutmaßliche Drogenlieferanten identifiziert worden waren. Trotz mehrmaligen Fahrzeugwechsels wurde er auf dem Weg zum Flughafen gefasst.